Zum hundertjährigen Geburtstag des Autos, zu dem sich die prächtigen Bildbände über alte und neue Karossen in den Buchläden stapelten, kommt es gerade noch rechtzeitig, das Anti-Auto-Bilderbuch

Alptraum Auto von Peter M. Bode, Sylvia Hamberger und Wolfgang Zängl (Herausgeber), Raben Verlag, München, 1986, 240 Seiten, 32 Mark.

Ein Kunstkritiker der Süddeutschen Zeitung, eine Umweltforscherin und ein Soziologe haben sich zusammengetan und mehr als dreihundert skurrile Farbphotos über die Auswüchse unserer Autokultur zusammengestellt. Die Photos sind nicht nur – ästhetisch schön – in einem Buch verpackt, sondern auch (bis 27. April) in einer Ausstellung im Münchner Stadtmuseum zu besichtigen: Bilder von Lastwagen, die durch schmale Dorfgassen drängen; von kilometerlangen Autokarawanen, die sich nach Süden schlängeln; von Schilderwäldern, Asphaltwüsten und Pflasterblümchen; von einer an eine alte Kirchenmauer montierten Ampel; und schließlich von Einblicken in deutsche Parkplatz-, Tankstellen- und Autobahnidyllen. Dazu gibt es Berichte über Umweltdaten, Reportagen aus der Welt der Autoverkäufer und Autofahrer sowie eine kräftige Prise Poesie und Polemik. Kurzum, ein Buch zum Blättern und Staunen – auch für eingeschworene Autofahrer, soweit sie ihre Passion nicht allzu ernst nehmen. iml