Von Claus-Peter Dechau

Die schillernden Scheiben gelten HiFi-Enthusiasten als größte Erfindung, seit Edison den Phonographen ersann. Natürlichkeit und Ausgewogenheit ihres Klangbilds werden selbst verwöhntesten Ohren gerecht. Compact Disks (CD), kein Zweifel, sind das Nonplusultra technischer Musikproduktion.

Die Elektrokonzerne Philips, Hitachi und Sony haben den Klangwundern jetzt gänzlich andere Töne entlockt. Sie bieten die Disks, in Verbindung mit geeigneten Lesegeräten, als hocheffiziente Datenspeicher für Personal-Computer (PC) an: Auf einer der bierdeckelgroßen Platten finden nicht weniger als 550 Millionen Zeichen Platz, sofern sie im sogenannten Byte-Modus, also als Ziffern kodiert, gespeichert werden. Das entspricht 270 000 eineinhalbzeilig beschriebenen DIN-A4-Seiten – oder der zweifachen Textmenge von Meyers 25bändiger Enzyklopädie.

Zwar kann der Computer die Platten lediglich „lesen“ und nicht mit eigenen Daten „beschreiben“. Sie werden daher als Compact Disk Read Only Memory (kurz CD-ROM), als „nur lesbarer“ CD-Speicher bezeichnet. Doch sie sind bereits fertig „bespielt“ mit Daten oder Texten aus verschiedenen Fachgebieten erhältlich. Außerdem kann sich ein Großabnehmer die CD-ROMs vom Hersteller mit beliebigen Dateien beschreiben lassen – und das zu erstaunlich günstigen Konditionen: Bei einer Auflage von tausend Stück kostet die einzelne Scheibe lediglich 22 Mark.

CD-ROMs sind somit das Speichermedium mit dem derzeit günstigsten Preis-Leistung-Verhältnis. Weder Mikrofiches noch magnetische Datenträger können mit ihnen, gemessen am Preis pro gespeicherte Dateneinheit, konkurrieren.

Auch das Lesegerät für die Disks, im schönsten Elektronik-Kauderwelsch CD-ROM-Drive genannt, kostet nicht die Welt: mitsamt der Verbindung zu einem Personal-Computer (Steckkarte) wird es für etwa 5500 Mark angeboten. Und da es sich technisch nicht wesentlich von CD-Plattenspielern, die meist schon für weniger als tausend Mark zu haben sind, unterscheidet, ist abzusehen, daß es in Zukunft noch billiger wird.

Nicht minder erstaunlich als die hohe Speicherkapazität der CD-ROMs ist die Schnelligkeit, mit der das Lesegerät gespeicherte Daten auffindet: Es benötigt durchschnittlich nur etwa eine Sekunde, um ein bestimmtes Wort, einen bestimmten Satz oder eine bestimmte Zahlenfolge aus dem Datenwust herauszusuchen. Und das will etwas heißen, denn 270 000 Blatt Papier türmen sich zu einem über 20 Meter hohen Stapel