Alles sei Quatsch. So ließ der Postminister die Meldung über geplante Gebührenerhöhungen dementieren. Weil die Post spätestens 1988 nach fetten Jahren wieder rote Zahlen schreiben wird, müßte sie vor allem im kostenintensiven gelben Bereich – Briefe, Pakete, Päckchen – das Porto anheben, hieß es. Auch der graue Sektor, das Telephon, wird nicht ungeschoren bleiben. Die Meldung ist natürlich kein Quatsch, selbstverständlich plant die Post Gebührenerhöhungen. Alles andere wäre unverantwortlich. Die jüngste Erhöhung im gelben Sektor gab es 1982. Wird 1988 das Porto wieder einmal angemessen heraufgesetzt, so ist das in Ordnung.

Die Gebühren im Fernmeldebereich, in dem sich die Post lange eine goldene Nase verdiente, erhöhten sich zuletzt 1974. Seither hatte eine Reihe von Vergünstigungen eher Senkungscharakter.

Die Bundespost mit ihren über 400 000 Beschäftigten ist ein großes Wirtschaftsunternehmen, das wie alle anderen von Zeit zu Zeit seine Preise anpassen muß. Das zu verbieten wäre wirklich Quatsch. Auf die Höhe der Gebührenanhebung wird man allerdings achten müssen, vor allem darauf, daß sich der Service der Bundespost nicht noch weiter verschlechtert. Beides – Gebührenerhöhungen und Qualitätsverfall – kann sich die Deutsche Bundespost nicht leisten. hff