Israel freut sich über stattliche Zuwächse im Reisegeschäft. Das bislang beste Ergebnis brachte das vergangene Jahr.

Mit einem Umsatz von 1,17 Milliarden US-Dollar hat sich die Tourismusbranche 1985 zu Israels Devisenbringer Nummer eins gemausert. Rund 1,4 Millionen ausländische Besucher, 14 Prozent mehr als 1984, so teilte das Staatliche Israelische Verkehrsbüro mit, sorgten für den Aufschwung in der Staatskasse. Zum guten Resultat haben insbesondere auch deutsche Gäste beigetragen, mit fast 160 000 Urlaubern (plus 19 Prozent) wurde hier ein Spitzenwert erzielt. Sogar das Rekord-Reisejahr 1980 konnte knapp übertrumpft werden.

Als Zielort war Elat nach wie vor gefragt, den Badeort am Roten Meer haben im letzten Jahresviertel 1985 über 46 000 Passagiere per Direktflug angesteuert, rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Über 170 000 Urlauber kamen auf dem Seeweg per Kreuzfahrtschiff ins Land, knapp 50 000 europäische und nordamerikanische Gäste waren über die Allenby-Brücke (plus 21 Prozent) und 70 000 via Ägypten (plus 67 Prozent) ins Heilige Land eingereist.

Dem positiven Ergebnis im Reisegeschäft will nun auch die israelische Hotelbranche Rechnung tragen. Den inzwischen 30 000 Hotelzimmern sollen rund 4000 weitere folgen. Schwerpunkte sind dabei Jerusalem, Elat und das Tote Meer. Die Mehrzahl der Unterkünfte, so das Verkehrsbüro, sollen freilich preiswerterer Kategorie sein und statt teurer Restaurants Selbstbedienungs-Speiseräume bieten, da verstärkt junge Urlauber nach Israel reisen.

Die neuen Hotels werden eine Reihe von zusätzlichen Arbeitsplätzen schaffen, bereits 1985 waren bis zu rund 24 000 Erwerbstätige in Gastbetrieben beschäftigt, 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Arbeitnehmer in der Tourismusbranche, so faßte das Verkehrsbüro zusammen, tragen inzwischen erheblich mehr zum Bruttosozialprodukt bei als jede andere Branche: „Um den Umsatz zu erzielen, den ein Urlauber erbringt, müßten entweder 180 Hemden oder 100 Kisten Orangen exportiert werden.“ Brigitte Wolter