Wir sind die Letzten. Fragt uns aus." Die ersten Zeilen eines Gedichts von Hans Sahl, geschrieben im Jahre 1973. Eigentlich ist es ja unfein, jemanden "auszufragen" – doch Sahl hat sich, im Gegensatz zu vielen anderen Zeugen des Jahrhunderts, vor den Fragen der Nachgeborenen nie gedrückt. Er ist ein Mann des Gesprächs, jemand, der das Hin und Her von Frage und Antwort liebt, jemand, der als Schriftsteller weiß, daß Dichten und Philosophieren zu fragen heißt und daß, wer eine Antwort findet, oft nur zu faul ist, weiter zu fragen. Hans Sahls umfangreiches Lebenswerk – seine Erzählungen, Theaterstücke, Essays, Gedichte, ein Roman – protokollieren sein Gespräch mit der Welt, mit sich selber. Erfahrungen, nicht als letzte Weisheiten ausgebreitet, sondern als vorläufige Ergebnisse notiert – in kurzen Pausen, kurzen Momenten des Sich-Vergewisserns innerhalb eines unablässigen dialogue fleuve.