Billy Idol, Sadat, Zadek, Helmut Schmidt – ich finde die verschiedensten Männer erotisch. Schön muß er sein, aber wichtiger sind Geruch, Stimme und Charakter. Adorno war rundum erotisch. Wie er sprach, was er sagte.

Schauspielerin Christine Kaufmann in einer Umfrage der Zeitschrift "Tempo" zum Thema "Frauen-Träume – prominente Frauen verraten ihren Traumtyp".

Nobles für Noble

Franco Maria Ricci, ein Designer und Verleger aus Mailand, ist ein Bibliophile, der schöne und teure Bücher herstellt, Nobles für andere Bibliophile. Er ist auch Gründer und Herausgeber einer Kunstzeitschrift, deren Titel aus den Initialen dieses Orbiter elegantiarum besteht. Bei der Präsentation der deutschen Ausgabe von FMR (eine italienische und amerikanische gibt es schon) hat Ricci sein Konzept erläutert: Interessante, ruhig etwas ausgefallene Themen, opulent und durchgehend farbig bebildert, mit Texten bekannter Autoren, in ansprechender Verpackung. Das Publikum, das zu diesem Anlaß in die Nibelungensäle der Münchner Residenz geladen war, spiegelte wohl recht genau die Zielgruppen der Zeitschrift: Culturati, die André Chastels Causerie über die Fliege in der Malerei zu würdigen wissen; kulturelle Adabeis, die zu Hochglanzphotos Texte von Autoren serviert bekommen, die sie eigentlich schon immer mal lesen wollten (Giorgio Manganelli, Pier Paolo Pasolini, Herbert Rosendorfer); Geld- und anderer Adel, der nun endlich ein Magazin besitzt, das den Tee- oder Schreibtisch schmückt. Kurz, FMR füllt eine Lücke. Und der internationale Ausstellungskalender am Anfang jedes Heftes (pardon: Bandes) ist ein unbestreitbarer Pluspunkt der durchaus schönen und auch teuren neuen Zeitschrift.

Theater: Züri brennt

Die Kunst hat es schwer. Schwer mit sich selbst, schwer mit ihren Feinden. Am schwersten manchmal: mit ihren Freunden.

In einigen Städten, in Wien, in München und anderswo, haben die Theater tatkräftige Helfer in der Bürgerschaft gefunden; haben sich Förder- und Freundeskreise zusammengetan, die den Bühnen mit gutem Rat (und oft: mit gutem Geld) zur Seite stehen. Daß diese "Freundeskreise" bei ihrem selbstlosen Tun gelegentlich einen eher unfreundlichen Druck auf die Theater ausüben, daß aus dem Förderkreis eine Pressure-group, daß aus Mäzenen Lobbyisten werden, kommt Gott sei Dank recht selten vor. Oder?