Gäbe es den Euroscheck nicht, man müßte ihn erfinden. Wer denkt heute beim Ausfüllen noch daran, wie kompliziert die bargeldlose Bezahlung einer Rechnung oft war, als die kleinen magischen Plastikkärtchen noch unbekannt waren? Und wie einfach ist es geworden, im europäischen Ausland Bargeld mit Euroschecks zu beschaffen.

Leider spielen die Franzosen nur halbherzig mit. Daß sie von Anfang an ihre eigene Scheckkarte propagierten, ist für den ausländischen Besucher nicht weiter tragisch; fast jede französische Kreditanstalt zahlt heute Francs gegen einen Euroscheck aus. Ärgerlich ist dagegen, daß sich manche Bank diesen Service teuer bezahlen läßt. So verlangt der im ganzen Land vertretene Credit Agricole für die Einlösung jedes Euroschecks eine Gebühr von 15 Francs (etwa drei Mark). Das ist eindeutig gegen die Spielregeln. Sie besagen nämlich, daß der Betrag, auf den der Scheck lautet, voll ausgezahlt wird.

Die deutschen Banken wissen um die Beutelschneiderei ihrer französischen Kollegen. Angeblich soll jetzt, zur Feriensaison, damit aufgeräumt werden. Doch Urlauber tun gut daran, genau hinzusehen, bevor sie doppelt zahlen: am Schalter und bei der Abrechnung des Schecks auf ihrem Konto. Oft genügt es, um den Crédit Agricole einen Bogen zu machen, um ein paar Straßen weiter bei der Konkurrenz anstandslos und gebührenfrei bedient zu werden. smi