Sie sollen ihn nun alle in Ruhe lassen. Er soll jetzt da bleiben, wo so viele Theaterleute hinkommen; dort, wo ihnen allein die Kränze geflochten werden, in den Geschichten und unzähligen Anekdoten: als wir damals als der Boy meine Güte haben wir da gelacht als der Landeshauptmann immer wieder ihn mit Bob Gobert anredete.

Und als er diese vielen flotten Filme in den wilden goldenen Fuffzigern drehte, einen nach dem anderen, ging er als allererstes immer zum Script und fragte klammheimlich: stottert hier schon einer?

So einer war das, der Boy. Und wie er den Luc Bondy engagierte, der ihm lockenzwirbelnd in einer Zürcher Wohnung einen Marceauschen Schmetterling vortanzte! So viele Geschichten, so bleibt er bei uns.

V.

Als er mich vor einigen Wochen im Thalia besuchte, das ja mehr als irgendein anderes sein Theater war – es war das erste und letzte Mal, seit er Hamburg verlassen hatte –, saßen wir in seinem Büro auf meinem Sofa und quatschten uns den Frust über die Ungerechtigkeiten der Welt von der Seele, besonders aber über jenen kleinen bewohnbaren Teil, der mal wieder von unfähigen Kulturpolitikern, undankbaren Kollegen und mißgünstigen Kritikern bevölkert wird.

Am Schluß hatten wir jedoch die ganze Sache wieder im Griff und waren fröhlich, wie wir immer waren. Wir gingen die Treppen hinunter und stahlen uns leise auf die Bühne, auf der er Triumphe gefeiert hatte. Scheu stand der Boy beim Inspizienten und linste um die Ecke, wo ein überaus dynamischer Regisseur gerade Schauspieler über eine Schräge quasselte. Schnell machte er auf Zehenspitzen kehrt, wir schlichen hinaus, beim Pförtner vorbei, er steckte die Hände in die Taschen des Regenmantels und schob um die Ecke, die lange Nase im Wind, das flache Kinn trutzig nach vorne gereckt. Boys Panthergang, haben wir oft gewitzelt. Ein paar Bühnenarbeiter kamen gerade von einem Transport zurück und lachten ungläubig: War das der Boy? Ja, das war der Boy.