Manches wirkt neu, weil es zwischendrin vergessen wurde. Der Flick-Untersuchungsausschuß hatte in der Tat ausgebreitet, wie seinerzeit die Fäden zwischen dem Konzern, der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und dem SPD-Schatzmeister gesponnen wurden; außerdem hatten die Sozialdemokraten im Abschlußbericht ein kleinlautes mea culpa gesprochen. Deshalb bringt jene frivole Notiz des damaligen Schatzmeisters Halstenberg ("Also hatten wir helfen können"), die jetzt bei der Durchsuchung der Bonner "Baracke" der SPD gefunden wurde, keine neue Sensation ans Licht, sondern eine Bestätigung des verwerflichen Sachverhalts, ein makabres déja-vu (Was die Staatsanwälte sonst noch entdeckten, wird man hoffentlich bald erfahren).

Auch jene zwei Verfügungen, mit denen die Ermittlungen gegen den Bundeskanzler eingestellt wurden, geben nicht ganz das her, was ihnen entnommen wird. Gewiß, vom Vorwurf der Falschaussage wurde Kohl entlastet. Aber selbst die Staatsanwälte halten es für wahrscheinlich, daß Kohl von Brauchitsch – via Juliane Weber – mehr Geld bekommen hat, als bei der CDU-Schatzmeisterei verzeichnet wurde. Wo ist es geblieben?

Aber dies alles buchen die Volksparteien wohl als politisches Restrisiko ab. Jetzt kommt erst einmal die Neue Heimat vor den Untersuchungsausschuß – sachlich zu Recht, für den Wahlkampf passend. R. L.