Die Preisveränderungsrate verharrt weiter im Minus: Auch im Mai gingen die Verbraucherpreise in der Bundesrepublik zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verringerten sich die Lebenshaltungskosten um 0,3 Prozent, schon im April lagen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent unter dem Vorjahr.

Günstige wirtschaftliche Aussichten prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für die Bundesrepublik Deutschland. Bis Ende 1986 soll ein Wachstum von 2,5 bis 3,5 Prozent erreicht werden, im Jahr darauf könnte sich das Wachstum um einen halben Punkt verringern. Nach Ansicht der OECD-Ökonomen wird die Bundesrepublik das einzige europäische Land sein, in dem die Arbeitslosigkeit zum ersten Mal seit Anfang der achtziger Jahre sinken wird. Insgesamt wird in den Mitgliedsländern die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau – bei über acht Prozent – stagnieren.

Im heimischen Einzelhandel gab es im April ein leichtes Aufatmen: Der Absatz der Fachgeschäfte kletterte im Vergleich zum Vorjahresmonat um drei Prozent. Deutlich über dem Branchendurchschnitt lagen Sortimentsbuchhandel und bürowirtschaftlicher Fachhandel – sie erzielten ein Absatzplus von jeweils zwölf Prozent. Reformhäuser und Sportfachgeschäfte legten je zehn Prozent zu. In den ersten vier Monaten kam der Facheinzelhandel auf ein Plus von zwei Prozent.

Um fast ein Fünftel sind im April die Einfuhrpreise gesackt – der Grund: die deutlich billiger gewordenen Erdöleinfuhren. Im April lagen die Importpreise um 18,6 Prozent unter dem Vorjahr. Schon im März und Februar waren die Importe um über 18 beziehungsweise 14 Prozent billiger als im jeweiligen Vorjahresmonat.

Deutlich weniger Bestellungen verbuchten die deutschen Maschinenbauer im April. Aus dem Ausland kamen real acht Prozent, aus dem Inland vier Prozent weniger als vor einem Jahr.