Wo ist Laura Pinto?

Im Frühjahr besuchte Laura Pinto, Mitarbeiterin im "Komitee der Mütter und Angehörigen von politischen Gefangenen, Verschwundenen und Getöteten" von El Salvador, die Bundesrepublik und klagte die Menschenrechtsverletzungen in dem mittelamerikanischen Staat an. Anfang Mai nach ihrer Rückkehr, wurde sie entführt und nach zwei Tagen, gefoltert und vergewaltigt, freigelassen. Am 28. Mai verschwand sie abermals, entführt von bewaffneten Zivilisten. Ihr Schicksal ist seitdem unbekannt. Salvadorianer, die für Menschenrechte eintreten, riskieren immer noch, auch in der Demokratie, Leib und Leben – das Militär und Todesschwadronen verfolgen ihre Ankläger immer noch unerbittlich. Die Regierung Duarte schweigt dazu; "Schwäche" wäre noch die mildeste Erklärung.

Mangel durch Müsli

Ernährungswissenschaftler sorgen sich um die Kinder der Müsli-Generation. Forschungsergebnisse in England, Kanada und den Vereinigten Staaten zeigen: Gesundheitsfanatiker, die ihre karge Kost auch dem eigenen Nachwuchs verordnen, richten damit oft erheblichen Schaden an. Denn die Diät der Alten ist nichts für die Jungen. Diese brauchen auch Zucker und Fett. Bekommen sie dies nicht, sind verlangsamtes Wachstum und Untergewicht die Folge. Für Professor Vincent Marks, Biochemiker an der Universität Surrey, steht fest: Es gibt keine "guten" und "schlechten" Lebensmittel. Den Kindern nur Haferflocken, Obst und Gemüse einzutrichtern, sei genauso sinnvoll (oder sinnlos), wie sie ständig mit Hamburgern und Kartoffelchips vollzustopfen. Der Professor gibt die Devise aus: Kinder sollen essen, was ihnen schmeckt. Der Müsli-Nachwuchs wird es mit Freude hören.

Ehrung für Schmidt

In dieser Woche hat Helmut Schmidt in Athen – der Stadt, in der vor zweieinhalb Jahrtausenden die Demokratie geboren wurde – den Prix Athenes aus der Hand des Präsidenten der griechischen Republik entgegengenommen. Der Preis wird von der Onassis-Stiftung, die seit 1979 besteht, alljährlich für Verdienste um die Annäherung der Völker verliehen. Schmidt erhielt ihn mit der Begründung, ohne sein Zutun wäre in einem sehr entscheidenden Moment der Dialog der Supermächte in Genf nicht zustande gekommen; auch Helsinki 1975 habe ihm viel zu verdanken. Simone Veil, von 1979 bis 1982 Präsidentin des Europäischen Parlaments in Straßburg, stellte in ihrer Laudatio die rhetorische Frage: "Klarheit, Willenskraft, Treue und Mut – gehören sie zu jenem berühmten Pragmatismus, den man Ihnen gern zuschreibt"? Und sie fuhr fort: "Denen, die meinen, Moral und Pragmatismus seien miteinander unvereinbar, haben Sie gezeigt, daß – um es mit Ihren eigenen Worten zu sagen – Politik pragmatisches Handeln um moralischer Ziele willen ist." Der Prix Athenes bringt dem Preisträger 100 000 Dollar, die Helmut Schmidt zwei gemeinnützigen Zwecken zuführen wird.