Was die DDR überhaupt bezweckt hat, ist unklar. Das Argument der besseren Terrorismusbekämpfung war sicher nur ein Vorwand. Neben einer Reaktion auf die SDI-Beschlüsse ist auch denkbar, daß die Bundesregierung unter Druck gesetzt werden soll. Bundeskanzler Kohl muß zu den Wahlen Erfolge auf deutschlandpolitischem Gebiet vorweisen. Gerade in bezug auf Berlin geht aber seit einem Jahr nichts voran, weder bei der Kontrolle des Asylantenzustroms schon in der DDR, noch bei Fragen des Gebietsaustauschs, noch bei der Einbeziehung Berlins in ein Umweltschutzabkommen

Es gilt jedoch als denkbar, daß die DDR in der Paß- und Visumfrage bald einlenkt, zumal sie wohl mit einer so geschlossenen und entschiedenen Reaktion der Nato-Staaten nicht gerechnet hat. Als der erste Botschafter der DDR in Washington seinen Antrittsbesuch beim damaliger Außenminister Kissinger machte und fragte, wie die Beziehungen zu den USA am besten gestaltet werden könnten, hat Kissinger geantwortet: "Keep your hands off Berlin" (Hände weg von Berlin). Die DDR-Führung hat Anlaß sich noch einmal an dieses Prinzip zu erinnern.