Bei der Behandlung des Brustkrebses, zumindest bei sogenannten "kleinen Mammakarzinomen", bahnt sich in der Bundesrepublik ein Umschwung an. Anderthalb Jahrzehnte lang wogte ein Expertenstreit, ob diese kleinen Mammakarzinome bei gleichen Überlebenschancen auch "brusterhaltend" – also ohne die üblichen Radikal-Amputationen – behandelt werden dürfen (siehe ZEIT Nr. 34/1985). Bei einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie ("Lehre von den weiblichen Brustdrüsen") Ende vergangener Woche in München verkündete deren Präsident Professor Hans-Joachim Frischbier, "daß bei der brusterhaltenden Behandlung das Stadium der ausschließlich in wissenschaftlichen Studien durchführbaren Behandlung bereits überschritten ist". Der Direktor der Abteilung gynäkologische Radiologie am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf schränkte allerdings ein, "daß eine Behandlung einer Patientin mit einem Mammakarzinom, bei der wir die Brust unter möglichst guten kosmetischen Ergebnissen, aber selbstverständlich mit gleichen Behandlungschancen wie nach Mastektomie (Brust-Amputation, Red.) behandeln wollen, an bestimmte, strikt einzuhaltende Grundsätze geknüpft sein muß" – spezielle fachliche Qualifikation des die Patientin beratenden und behandelnden Arztes, besondere apparative Voraussetzungen zur Bestrahlungsplanung und -behandlung sowie eine enge Zusammenarbeit aller beteiligter, Spezialisten von der ersten Diagnose bis zur Nachsorge.

Ameisenhaufen in nordischen Birkenwäldern liegen immer in "grünen Inseln". Auch wenn Spannerraupen die meisten Birken kahlfressen, büßen die Bäume rings um ein Waldameisennest nur wenig Laub ein. Wie finnische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Oecologia berichten, schaffen die Ameisen diese etwa tausend Quadratmeter großen Oasen, weil sie ihren Nachwuchs mit eiweißreicher Kost ernähren. In einem Waldameisenstaat wohnen eine halbe Million Arbeiterinnen. Diese Heerschar schwärmt in die Umgebung aus, um nach Futter für die Larven zu suchen. Dabei sind die Ameisen nicht wählerisch; sie erbeuten und verfüttern vorwiegend, was sie am häufigsten finden. Wenn Birkenspanner oder andere Schädlinge sich massenhaft vermehren, nutzen die Ameisen das reiche Nahrungsangebot: Sie holen sich einen großen Teil der Insekten und schützen damit die Bäume, die in der Nähe wachsen.

Der Mott-Preis für die "herausragendsten neueren Beiträge" zur Erforschung oder Verhütung von Krebserkrankungen beim Menschen wurde am Mittwoch dieser Woche an Professor Harald zur Hausen verliehen. Der Virologe und Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg ist der erste Deutsche, der diesen mit 100 000 Dollar dotierten, angesehensten amerikanischen Medizin-Preis erhält. Zur Hausen deckte den Zusammenhang zwischen dem Papillom-Virus und verschiedenen Genitalkrebsen auf (siehe ZEIT Nr. 25/1984).