ZEIT:... im Wettstreit mit dem CDU-regierten Schleswig-Holstein. Aber Sie haben gesagt, daß gerade die Industriepolitik von Bayern und Baden-Württemberg besonders gefährlich ist. Was mißfällt Ihnen daran?

Breuel: Daran ist so gefährlich, daß die mit sehr viel Geld hineingehen, wie zum Beispiel bei der TA Luft.

ZEIT: Diese Verordnung regelt den Schadstoffausstoß der Industrie. Was haben die Länder da Schlimmes gemacht?

Breuel: Sie haben Hilfsprogramme aufgelegt. Wir haben bei uns geschätzt, daß die TA Luft etwa vier- bis fünftausend mittelständische Betriebe betrifft. Nach bisherigen Schätzungen werden zweitausend davon in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Da Bayern und Baden-Württemberg für solche Betriebe bereits Zahlungen zugesichert haben, werden wir nachziehen müssen. Richtiger wäre gewesen, entweder notfalls eine finanziell vertretbare TA Luft zu machen, oder ein bundeseinheitliches Programm aufzulegen, damit alle Betriebe gleichermaßen bedient werden. Jetzt haben wir wieder einen Wettlauf der Länder.

ZEIT: Können Sie noch andere Beispiele für die Gefährlichkeit der Förderung in den deutschen Südstaaten nennen?

Breuel: Dort sind riesige Programme aufgelegt worden, um Mittelständlern bei der Einführung von neuer Technik und ähnlichem zu helfen. Das heißt durch direkte Förderung. Wir machen das indirekt, indem wir zum Beispiel Technologietrainingszentren für den Mittelstand einrichten. Das heißt, wir machen ein Informations- und Ausbildungsangebot, das ist in jedem Fall besser als direkte Projektförderung.

ZEIT: Eine ordnungspolitische Linie vermögen Sie bei Baden-Württemberg und Bayern nicht zu erkennen?