Breuel: Sie wird jedenfalls weniger durchgehalten als bei uns. Unser Ziel ist immer gewesen, erst einmal die Förderprogramme zu reduzieren, was wir gemacht haben, und zweitens die Programme infrastrukturell auszustatten und sie nicht einzelbetrieblich zu gestalten. Das ist uns teilweise, aber auch nur teilweise, gelungen. Wir haben Anfang der siebziger Jahre feststellen müssen, daß die Süddeutschen im Forschungsbereich Riesenfortschritte gemacht haben und der gesamte Norden geschlafen hat. Deshalb haben wir gesagt, wir werden hier unsere größte Kraftanstrengung machen, was wir auch getan haben. Es gibt kein Land, das in den vergangenen Jahren so viel Geld für wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen ausgegeben hat wie Niedersachsen. Wir haben den Abstand aufgeholt. Das ist uns am besten gelungen in der Region um Hannover, Braunschweig und Göttingen. In Braunschweig wurde unter anderem ein Institut für angewandte Mikroelektronik gegründet. Da haben sich im letzten halben Jahr sechs oder sieben Firmen neu angesiedelt. Zum Beispiel Bosch mit achthundert, Toshiba mit dreihundert, die amerikanische Firma Logic Systems mit dreihundert Arbeitsplätzen, das geht schon in sichtbare Zahlen hinein.

ZEIT: Sind die wegen des Instituts da hingekommen?

Breuel: Das hat jedenfalls eine große Rolle gespielt.

ZEIT: Der Region Hannover, Braunschweig, Göttingen, die Sie besonders fördern, geht es oh-

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nehin relativ gut. Verstärken Sie damit nicht noch das Ungleichgewicht in Niedersachsen?

Breuel: Wir mußten da anfangen, wo es wirklich Schwerpunkte gibt. Aber wir haben auch ein Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück gegründet, um dort die Lebensmittelindustrie zu verstärken. Wir haben in Wilhelmshaven ein Kommunikationszentrum geschaffen, weil es da schon Anknüpfungspunkte gab. Das heißt, wir versuchen, mit Hilfe der Anregungen aus der Region Schwerpunkte zu bilden.