Auch wenn die Börsianer noch unsicher sind, ob nun das Schlimmste überstanden ist, so ist doch die Stimmung auf dem Parkett besser geworden. Nach den herben Kursverlusten in den vergangenen Wochen zeigte sich erstmals wieder Kaufinteresse sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Es scheint so, als werde die deutsche Börse nach der empfindlichen Kurskorrektur von gut 15 Prozent seit dem 17. April für ausländische Anleger wieder interessant. Manche deutsche Standardaktie wie etwa die Papiere der Chemiekonzerne Bayer, BASF und Hoechst sind jetzt im internationalen Vergleich wieder ausgesprochen preiswert. Auch haben die wirtschaftspolitischen Belastungsfaktoren wie die enttäuschenden Konjunkturzahlen für das erste Quartal an Gewicht verloren.

Die Zuversicht wächst, daß die deutsche Wirtschaft jetzt wieder auf den anvisierten Wachstumspfad einschwenkt, was ausländische Anleger – so hofft man – auch zu Rückkäufen animieren werde.

Nach wie vor steht aber ein Fragezeichen hinter der Zinsentwicklung. Die leichten Kurssteigerungen am Rentenmarkt können noch nicht als Indiz dafür gewertet werden, daß der längerfristige Zinstrend weiter nach unten gerichtet ist. Für eine freundlichere Stimmung am Aktienmarkt würde es allerdings schon genügen, wenn die Zinsen im Verlauf dieses Jahres nicht weiter steigen. bm