DIE ZEIT

Reise ins andere Deutschland

Im März 1964 fuhren drei ZEIT-Redakteure zehn Tage durch die DDR: Marion Gräfin Dönhoff, Rudolf Walter Leonhardt und Theo Sommer.

Rücksichtslos

Seit Jahrzehnten verseuchen elsässische Kaliminen mit ihren Salzabwässern den Rhein; seit mehr als zwanzig Jahren nahm die französische Regierung ungerührt Beschwerden darüber entgegen – bis sie endlich nach langem Drängen in einem Abkommen versprach, die Salzfracht stufenweise zu reduzieren.

Nun erst recht

Es blieb den Sowjets vorbehalten, Kurt Waldheim als erste zu seinem Sieg im österreichischen Präsidentschaftswahlkampf zu gratulieren – einem Mann, der in seiner Dissertation die Russen als Erbfeind der Deutschen porträtiert hat.

Böser Poker

An Pfingsten entführten nicaraguanische Contras acht deutsche Aufbauhelfer, Freiwillige, die nicht im Dienste eines offiziellen Entwicklungsprojektes stehen, sondern auf eigene Kosten bei zivilen Bauten helfen.

Zeitspiegel

Seit Beginn des Jahres 1986 sind in der amerikanischen Millionenstadt Detroit zwölf Kinder oder Jugendliche erschossen worden; 76 wurden durch Schußwaffen verletzt – fast immer durch Altersgenossen.

Große Worte, wenige Wähler

An eine kleine Partei und ihre führenden Leute werden im Wahlkampf dieselben Ansprüche gestellt wie an die großen Konkurrenten, sagt Walter Hirche, der Spitzenkandidat der niedersächsischen FDP.

Zimmermanns Fall: Der Verlierer

So beiläufig wie Friedrich Zimmermann hat einen Mächtigen noch selten der Bann getroffen. Niemand protestierte, nicht einmal Franz Josef Strauß und Theo Waigel, die beiden Matadore der CSU, erhoben ihre Stimme, als ihr altes Schlachtroß von Bundeskanzler Helmut Kohl in die hintere Box geschoben wurde.

Deutscher Umwelttag: Viele Sünden ohne Netz

Petrus war der unfreundlichste Gast. Ausgerechnet während des ersten Deutschen Umwelttages, der am vergangenen Wochenende in Würzburg stattfand, hingen Regenwolken über der Bischofsstadt, aus denen es mit kurzen Unterbrechungen nieselte.

Wolfgang Ebert: Grüne Gefahr

Antwort: Sie kontaminierten die linken Gliedmaßen der SPD, die seither unter schweren Schadstoffbelastungen leidet, mit bedenklichen Abgrenzwerten.

Südafrika: Ist die Explosion unvermeidlich?

Die Südafrikaner zittern vor dem 16. Juni, denn das ist der Tag, an dem sich die Revolte von Soweto zum zehnten Mal jährt. Die schwarzen Gewerkschaften haben für diesen Tag zum Generalstreik aufgerufen, vom ANC (African National Congress) aus Lusaka kam die Order, aktiven Widerstand zu leisten, die jungen Schwarzen sammeln Flaschen und Steine.

Die DDR gibt nach

Vom neu eingeführten Paßzwang hatte die DDR-Regierung zuerst nur die Vertreter der vier alliierten Mächte ausgenommen und so deren besonderen Status in Berlin unterstrichen.

Iranische Opposition: Aus dem Exil ins Exil

Wer Politik macht wie Massud Radschawi, der hat nur Siege zu verkünden, so schlimm die erlittene Niederlage auch sein mag. Daß die Zentrale der Volks-Mudschaheddin von Frankreich in Persiens Nachbar- und Feindesland Irak verlegt wird, entspreche dem Willen, "einerseits die Verschwörungen des Chomeini-Regimes zu neutralisieren, andererseits auf die Notwendigkeiten der neuen Phase des Widerstandes zu reagieren".

Berlin: Enthüllungen über Wolfgang Antes und die CDU

Während der Strafprozeß gegen Antes sich auch nach zehn Verhandlungstagen vor allem mit Verfahrensfragen dahinschleppt, kommt der Parlamentarische Untersuchungsausschuß zur Aufklärung der Korruptionsaffäre zügig voran.

9. November: Noch ist alles spannend

Noch haben die Niedersachsen nicht gewählt, da zählt Ingo von Münch, Hamburgs erster Liberaler schon die Tage bis zur Bürgerschaftswahl am 9.

Mülldeponie Schönberg: Florierendes Ost-West-Geschäft

Ob giftige Abflüsse der Sondermülldeponie Schönberg/DDR das gegen Westen fließende Grundwasser beeinträchtigt haben, steht noch nicht fest; das politische Klima im Kieler Landtag dagegen ist bereits nachhaltig vergiftet worden.

Das Ende der Siedlungen

Mit zitternder Stimme sagt die 74jährige Frau dem Fernsehreporter ins Mikrophon: "Mich kriegen se nur mit der Polizei raus." Ein Leben lang habe sie hier in der Bochumer Zechensiedlung "Lothringen" gewohnt.

Große Ziele, kleine Erfolge

Breuel: Wenn ich das weiter sagen darf: In den Auftragseingängen liegen wir seit einem halben Jahr um dreihundert Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Wunsch und Wirklichkeit

Es ist immer das gleiche. Wenn am Anfang eines Monats Heinrich Franke, der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, die neuesten Zahlen vom Arbeitsamt verkündet, dann gibt es gleichzeitig Beifall und Kritik.

Bonner Kulisse

Klaus Daubertshäuser, Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, möchte einen schlechten Eindruck korrigieren. Als im Januar das Gesetz über den Ausbau der Bundesfernstraßen (amtlich FStrAbÄndG) geändert wurde, konnten sich die sozialdemokratischen Abgeordneten nicht auf eine einheitliche Position einigen.

Kapitalismus im Labor

Die neue chinesische Mauer ist erst vier Jahre alt. Sie mißt nur 85 Kilometer und ist nichts für Touristen. Ein drei Meter hoher, mit Stacheldraht bewehrter Zaun, nachts beleuchtet.

Neue Technik: Mangel an Macht

Kein halbes Jahr dauerte es, bis nordrheinwestfalens Ministerpräsident Johannes Rau Konsequenzen aus einer Erkundungsreise zog.

Markt-Report: Hoffnungsschimmer

Auch wenn die Börsianer noch unsicher sind, ob nun das Schlimmste überstanden ist, so ist doch die Stimmung auf dem Parkett besser geworden.

BANK UND BÖRSE: Aus eins mach fünf

Von Provinzialismus wird jetzt im Zusammenhang mit der deutschen Börse nicht mehr geredet. Steigende Kurse und kräftig gewachsene Umsätze haben dem Aktienmarkt viel von diesem unrühmlichen Anstrich genommen.

Schweiz: Hohe Gewinne und doch noch Sorgen

Lerne klagen, ohne zu leiden." Diesen kategorischen Imperativ der Schweizer Bauern haben nun auch die Schweizer Bankiers gelernt: "Wir müssen aufpassen, nicht eine zweite Uhrenindustrie zu werden", warnte jüngst Werner Schick, Direktor beim Schweizerischen Bankverein.

Hypobank: Opfer oder Täter?

Auch die Aktionäre zeigten sich verärgert: "Zwischen die freundlichen Sommersprossen dieses guten Abschlusses", so monierte in der jüngsten Hauptversammlung der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank in München ein Aktionärssprecher, "hat sich ein Leberfleck eingeschlichen, der das Zeichen FI trägt.

ZEITRAFFER

Ein deutlich verlangsamtes Wirtschaftswachstum registrierte das Statistische Bundesamt im ersten Quartal dieses Jahres. Das Bruttosozialprodukt stieg real um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Bürger zahlt

Sudan: Die Intentionen der Umweltpolitiker waren ursprünglich gut, aber sie haben nicht vorhergesehen, daß einmal mehr Papier gesammelt würde, als man verwerten kann.

MANAGER UND MÄRKTE

Neue Heimat: Banken in Aufregung Deutsche Bank: Codes geknackt? Camel: Neue Leitbilder angesagt

AKTIENSELLER

Im Mai sind die Umsätze an den deutschen Aktienmärkten spürbar geschrumpft. Der Rückgang der Kurse hat sich also bei geringem Geschäft vollzogen.

"So geht das nicht weiter"

Von Brokdorf bis Wackersdorf: Endet der neuerwachte Widerstand gegen die Atomenergie im Teufelskreis der Gewalt?

Dreizehn Stunden eingekesselt

Hamburg am Sonntag, 12 Uhr: Auf dem Heiligengeistfeld im Stadtteil St. Pauli versammeln sich mehr als 800 Atomkraftgegner zu einer spontanen Demonstration gegen die – so ein Sprecher – "Polizeiprovokationen" am Vortag in Brokdorf.

Italien: Drei Nullen für den Papierkorb

Die Italiener sind sentimental. Das stellten jedenfalls Psychologen im Auftrag der römischen Notenbank fest. Sie sollten herausfinden, ob das Volk statt Lira lieber Gulden, Scudi, Taler oder Dinare möchte.

Neue Medien: Die Freiheit wird ausgeschaltet

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, da freute sich der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Edmund Stoiber, über die "Programmauswahlfreiheit", die man gerade im Clinch mit dem Bundespostministerium für die bayerischen Kabelfernsehnutzer errungen hatte.

Frankreichs großer Wandel

Die Staatsmänner in Bonn und Paris sind eines Sinnes, wenn sie den verheißungsvollen Zustand ihrer Beziehungen in den höchsten Tönen preisen.

KUSCH!

"Einmal mußte es ja heraus. Und man beachte die von mir längst ersehnte Formulierung: Denn er war unser. Aber weiß Gott, ich war ihrer nicht, und ich behalte mir vor, meinen Nachruf ihnen selbst zu halten, in dem Moment, in dem sie zum ersten Mal das Maul aufmachen wollen.

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