Unterminiert

Besteht das wahre Verbrechen Südafrikas darin, ein calvinistisches Land zu sein? Ein Land mit tiefgläubigen Mitgliedern der protestantischen Kirche in seiner Regierung?" Diese Frage hat jüngst ein Christenmensch in den Raum gestellt.

Auf der Synode der zweitgrößten protestantischen Glaubensgemeinschaft Schottlands, der Free Church of Scotland, zeichnete der Kirchentagspräsident Angus Smith das finstere Szenario einer katholibyterianische Christenheit. Rom, so der zürnende Nachfahre der calvinistischen Reformation, steht hinter den koordinierten Versuchen zur Destabilisierung der Regierung in Pretoria, um diese Hochburg des echten Protestantismus zu schleifen.

England ist bereits verloren. Die Maschinerie des Katholizismus hat das politische System derart infiltriert, daß keine britische Regierung es mehr wagen kann, die Wünsche Roms zu ignorieren. Über zwei Drittel der Beamten des Londoner Außenministeriums bekennen sich zum Katholizismus, behauptet Reverend Smith. Auch die presbyterianische Festung Schottland weicht immer mehr dem Druck des Satans und des Papstes. "Das römisch-katholische Weltbild triumphiert fast unangefochten. Lüge und Betrug gehören zu den akzeptierten Methoden dieser, Kirche, wenn es um die Durchsetzung ihrer Ziele geht. Mit ihrer straffen Organisation und ihrer geheimdienstgleichen Arbeitsweise hat sie bereits unser Erziehungswesen unterminiert. Es gibt keinen schlimmeren Lügner, Betrüger und Strolch als eine Kirche, die dem Herrn den Rücken gekehrt hat."

Die Geschichte beweist das finstere Walten der Handlanger Roms. 1755 lebte kein einziger Katholik in Glasgow. 1786 waren es um die siebzig, im Jahr 1830 bereits 30 000. Heute, so der erbitterte Reformator der letzten Stunde, ist der Stadtrat Glasgows fest in katholischen Händen. Der Prostestantismus wird unterdrückt und erstickt. "Eines Tages werden wir bitter dafür büßen müssen. Bald ist es zu spät. Unsere Existenz steht auf dem Spiel."

Ist das die Tirade eines Außenseiters im religiös befriedeten Großbritannien? Vielleicht – oder besser: hoffentlich. In der nordirischen Provinz des morschen Königreichs befehden sich Katholiken und Protestanten nun schon seit Generationen mit ähnlich paranoidem Wahnwitz. Von Nordirland nach Schottland ist es nur ein Katzensprung, ganze 25 Kilometer über den Nord-Kanal.

Vertrauensverlust