Schüsse auf dem Schulhof

Seit Beginn des Jahres 1986 sind in der amerikanischen Millionenstadt Detroit zwölf Kinder oder Jugendliche erschossen worden; 76 wurden durch Schußwaffen verletzt – fast immer durch Altersgenossen. Schußwaffen sind in den Schulen wirklich weit verbreitet, das ist inzwischen fast schon langweilig. Keiner wundert sich mehr über Kinder mit Pistolen" – so zitieren amerikanische Zeitungen eine Detroiter Schülerin. Seit einigen Jahren schon sind an den Schultoren in Detroit und New Orleans Metalldetektoren eingebaut. Die Schießereien finden trotzdem statt. Amerikas sowieso schon laxes Waffengesetz ist übrigens vor wenigen Wochen erst weiter liberalisiert worden.

Europhobie

Furcht vor Terroristen, die radioaktive Wolke aus der Ukraine und der absackende Dollar haben den amerikanischen Touristen Europa als Reiseland in diesem Sommer vermiest. Nach Libyen und Tschernobyl heißt das neue Modewort "Europhobie". Unter der amerikanischen Angst leiden vor allem die Luftlinien, die auf der Nordatlantik-Route fliegen. Händeringend werben sie um Passagiere. British Airways ließ sich ein Super-Preisausschreiben acht Millionen Dollar kosten. Auf die Gewinner warteten: ein Rolls-Royce, eine Concorde für einen Tag, fünf Jahre mietfreies Wohnen in einem Londoner Luxusappartement – und 5200 Freiflüge. Amerikanische Gesellschaften boten Konventionelles: zwei Flüge zum Preis von einem. Kommentar eines Beobachters der Branche: "Wenn Sie für hundert Dollar kein Flugzeug mit einer Bombe an Bord besteigen, würden Sie es dann wirklich für fünfzig Dollar tun?"

Auszeichnung für Marion Gräfin Dönhoff

Marion Gräfin Dönhoff, Herausgeberin der ZEIT, und zehn weitere Bürger Hamburgs wurden vom Zentralausschuß Hamburger Bürgervereine mit dem Portugaleser "Bürger danken" ausgezeichnet. Die Münze – ein symbolischer Dank an Männer und Frauen, die sich um Hamburg verdient gemacht haben – verdankt ihren Namen den portugiesischen Juden, die sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Hamburg niederließen und ihre Münzen mitbrachten. Zu den Preisträgern, die der Zentralausschuß aus Anlaß des hundertsten Jahrestages seiner Gründung auszeichnete, gehörten Hamburgs Erster Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, der Industrielle und Mäzen Kurt A. Körber und der Opernintendant Rolf Liebermann.

Theodor-Wolff-Preis

ZEIT-Redakteur Cordt Schnibben erhält den Theodor-Wolff-Preis 1986 für seinen Artikel "Oh, Stephanie! Wo bist Du?" über die monegassische Prinzessin und ihren Widerschein in der Regenbogenpresse. Weitere Träger des für hervorragende journalistische Leistungen in der deutschen Tages-, Sonntags- und Wochenpresse verliehenen Preises sind Rudolph Chimelli (Süddeutsche Zeitung) Bernd Behr (Münstersche Zeitung) und Franz Pfluger (Reutlinger Generalanzeiger). Die Preise für lokaljournalistische Beiträge gehen an Hans Frieder Baisch, Bernhard Kolb und Kurt Leidner von der Pirmasenser Zeitung und an Horst Wisser vom Hamburger Abendblatt; Förderpreise für junge Journalisten erhalten Monika Egler (Stuttgarter Zeitung) und Sylvia Schreiber (Schwäbische Zeitung).