Einen riesigen Nachholbedarf gibt es noch im Wohnungsbau. Da bröckelt der Putz von baufälligen Fassaden; da fehlt es an Toiletten und Badezimmern; da finden sich viele noch zusammengepfercht in den Silos der sechziger Jahre, aus groben grauen Betonplatten zusammengeschustert, verglichen mit denen ein westdeutscher Wohnblock wie Hamburg-Mümmelmannsberg geradezu luxuriös wirkt. Aber das Problem ist erkannt: Wohnungsbau hat in allen Bezirken der DDR erste Priorität.

Ist uns die DDR vertrauter geworden? Nicht den Älteren unter uns, die sich 1964 doch noch ein bißchen wie im alten ungeteilten Deutschland fühlen, sich von Westdeutschlands amerikanischem Neon-Glitzerglanz erholen konnten. Es ist da in den letzten 22 Jahren, zumindest nach dem äußeren Eindruck, ein neuer Staat entstanden, mit einem neuen, einem eigenen Selbstbewußtsein. Das hat aus einem uns näher gerückten Land zugleich ein uns fremderes gemacht.