Der bisherige Erfolg der Weltausstellung im kanadischen Vancouver beflügelt die Australien Die Weltausstellung 1988 in Brisbane soll Touristikstrategen vom Fünften Kontinent bei ihren ehrgeizigen Zukunftsplänen helfen.

Auf dem Weg nach Paris zu einem Treffen der Organisation für die Veranstaltung von Weltausstellungen machte der australische Staatssekretär für Tourismus, Bruce MacDonald, in Frankfurt Station. Für den wichtigen deutschen Markt wollte der Politiker die Ziele seiner Touristikpolitik erläutern. Die Australian Tourist Commission (ATC) soll bis zum Jahr 1988 die jährliche Touristenziffer auf zwei Millionen Besucher erhöhten.

So hofft die Regierung in Canberra, jährlich Einnahmen von drei Milliarden Australien-Dollar (über fünf Milliarden Mark) zu erzielen und insgesamt 100 000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Gäste aus Deutschland spielen zahlenmäßig zwar eine geringe Rolle (derzeit jährlich 40 000 Touristen), sind aber ein gewichtiger Faktor in der Dollar-Bilanz – die Deutschen bleiben länger als alle anderen Touristen im Lande und geben deutlich mehr Geld aus.

Der gewaltige Aufschwung binnen drei Jahren soll gefördert werden durch zusätzliche Millionen in der Werbekasse der ATC, mit denen die "Aussies" die Reklametrommel für ihr Bicentennial, ihre 200-Jahr-Feier 1988, rühren wollen. Im Jahre 1788 landeten die ersten britischen Sträflinge und ihre Bewacher auf dem fernen Kontinent, damit begann die Besiedlung durch Europäer. Im Jubiläumsjahr sind zahlreiche Feste und Veranstaltungen geplant, die Touristen aus aller Welt "down under" locken sollen. Dazu gehören beispielsweise das Einlaufen einer Großseglerflotte zur Erinnerung an die elf Gefangenenschiffe im Hafen von Sydney, die Eröffnung des neuen Parlaments in Canberra und vor allem die Weltausstellung in Brisbane, der Hauptstadt des subtropischen Bundesstaates Queensland.

MacDonald hofft aber nicht nur auf diese Großveranstaltungen, sondern auch auf das Sportangebot des Kontinents. Das neue "Australian Institute of Sport" soll Leistungssportlern und Trainern aus aller Welt dienen, ein "Nationalmuseum für Sport" wird, so hoffen die Initiatoren, eine Touristenattraktion werden, und schließlich soll Brisbane vier Jahre nach seiner Weltausstellung Austragungsort der Olympischen Sommerspiele werden. Aber dieses Projekt ist noch unsicher, nicht nur, weil sich im Internationalen Olympischen Komitee noch andere Bewerber drängen, sondern auch, weil die Finanzierung in Brisbane noch nicht völlig gesichert ist. Schon für das Jubeljahr 1988 wollte sich die australische Metropole Melbourne um die Olympischen Spiele bewerben. Doch weil es an Geld mangelte, mußte sich die Stadt, die fast dreimal so groß ist wie Brisbane, wieder aus dem olympischen Rennen zurückziehen. K. V.