Sonnenbrillen bieten nicht nur Schatz, sondern können auch gefährliche Situationen heraufbeschwören.

Der deutsche Vertreiber lobte per Werbebrief sein Produkt; einer der angeblichen Vorzüge: die Verlaufsgläser, die "durch ihren dunklen oberen Bereich vor grellem Sonnenlicht schützen, dank des schwach getönten unteren Teils andererseits gewährleisten, daß der Fahrer... in Tunnels oder bei schattigen Streckenabschnitten dennoch eine unbehinderte Sicht hat..."

"Nicht empfehlenswert" urteilt dagegen über die Verlaufsgläser das "Deutsche Grüne Kreuz" in seinen "Informationen über Umwelt- und Gesundheitsschutz". Gerade die unterschiedlich getönten Gläser bewirkten ein sich stetig wechselndes Helligkeitsbild, das bei längeren Fahrten den Autolenker stark irritiere. Zudem, so ein Frankfurter Optiker, gewähren Verlaufsgläser zum Beispiel bei tiefstehender Sonne keinen vollen Schutz mehr.

Weitere Tips, die beim Kauf der Sonnenbrille für den Urlaub zu beachten sind: Sogenannte Disco-Brillen oder Spiegelglasbrillen gelten ebenfalls nicht als empfehlenswert, weil die aufgetragene Schicht leicht an- und abgekratzt werden kann. Solche "gescheckten" Sonnenbrillen verursachen dann für das Auge eine unterschiedliche Blendwirkung. Abzuraten ist auch von Brillen mit Preßgläsern. Die Schlieren im Glas ermüden auf die Dauer das Auge, das ständig die Unebenheiten korrigieren muß. Abzulehnen sind schließlich auch kleine, kreisrunde Sonnenbrillen, da seitlich einfallendes Licht nicht abgehalten wird.

Sonnenbrillen müssen nicht unbedingt teuer sein – wenn sie nur der Mode wegen getragen werden. Als echtes Schutzmittel allerdings hat die Sonnenbrille ihren Preis. Dafür kann der Käufer folgendes verlangen: geschliffene, absorbierende (nicht nur dunkel bemalte) und auch entspiegelte Gläser, die störende Lichtreflexe ausschalten, der Kopfform angepaßte Bügel und Rahmen, die wegen der seitlichen Sichtfähigkeit schmal gehalten sein sollen. Kunststoff hat dieselben optischen Qualitäten wie Glas, ist jedoch durch Kratzer leichter zu beschädigen.

Sonnenbrillen allerdings sollen niemals als Nachtgläser gegen die Blendwirkung von entgegenkommenden Autoscheinwerfern getragen werden. Je nach dem Dunkel der Gläser kann die Wahrnehmung der Umgebung bis auf Null reduziert werden. Die sogenannten "phototropen" Sonnenbrillen dagegen kann man auch bei Nachtfahrten aufsetzen, da ihre Gläser auf die Intensität des Lichteinfalls automatisch reagieren.

Zwar ist der Nutzen einer Sonnenbrille bei Augenärzten und Optikern unbestritten, aber, so das Grüne Kreuz, "wer in unseren Breitengraden ohne Notwendigkeit ständig abgedunkelte Brillengläser trägt, versetzt sich in eine unnatürliche Sehwelt und schadet der Wahrnehmungsfähigkeit seines Auges".