Bis zum Buß- und Bettag ist für uns Bundesbürger die Woche wieder in Ordnung. Seit Palmarum diese Ungewißheit an fast jedem Sonntagabend: Sollen wir uns auf eine regelrechte Arbeitswoche oder auf einen dieser arhythmischen Feiertage einstellen: Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, Tag der deutschen Einheit? Die Bayern haben auch noch mit Maria Himmelfahrt zu schaffen.

Nicht nur die Arbeit ist eine Last, sondern auch die Freizeit, vor allem aber die Abstimmung beider Sphären aufeinander. Seit langem ermitteln die Schlauen unter uns Werktätigen beim Kauf eines neuen Kalenders zuerst, ob das kommende Weihnachts- und Silvestergeschehen arbeitnehmer- oder arbeitgeberfreundlich verteilt ist, ob also wenige tarifliche Urlaubstage ausreichen, einen geruhsamen Jahreswechsel einzurichten. Inzwischen hat die italienische Sitte, ponte zu machen – eine Freizeitbrücke über "gefangene" Werktage zu legen – weite Teile des Jahres erfaßt. Solange es nur um die Brücke zwischen Donnerstag und Wochenende oder Wochenende und Dienstag geht, fällt die Entscheidung ja leicht. Was aber, wenn man sich auf den Mittwoch stützen muß? Am Samstag anfangen oder am Sonntag aufhören? Und ausgerechnet der Buß- und Bettag ist ein Mittwoch. R. L.