Europäische Weltraum-Forschungsflüge an Bord der amerikanischen Raumfähre sind nach der Explosion der "Challenger" auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes der Rogers-Kommission ist ein Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge nicht absehbar. Im Gegenteil: Je länger die Raumfähren-Flotte nicht einsatzbereit ist, desto größer wird der Druck des Pentagons, einen großen Teil der künftigen Flüge für militärische Zwecke zu reservieren. Schon heute haben die Europäer Probleme, ihre aufgeschobenen Projekte auf unbestimmte Zeit zu "konservieren" (darunter eine weitere deutsche Spacelab-Mission und das deutsche Röntgen-Teleskop Rosat). Am schwersten hat es die europäische Mannschaft der Weltraumsonde "Ulysses" ("Odysseus") getroffen: Der Start der Sonde war schon mehrfach von den Amerikanern verschoben worden; sie sollte eigentlich in diesem Monat per Raumfähre in eine Erdumlaufbahn gebracht werden, von dort zum Planeten Jupiter fliegen und durch dessen Schwerkraft auf eine Bahn über die Pole der Sonne abgelenkt werden – ein zuvor nie gewagter Flug. Das nächste Startfenster öffnet sich im Sommer 1988. Doch derzeit ist unklar, ob "Ulysses" dann mit dem Shuttle oder einer – welcher? – Wegwerfrakete starten soll. Nun ist ein zusätzlicher Etat für die Raumforschungsabteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA im Gespräch.

Die Entwicklung des Gehirns – vom embryonalen bis zum erwachsenen Stadium – scheint sich in allen Teilen der Großhirnrinde gleichzeitig abzuspielen. Bisher nahmen Wissenschaftler an, Hirngebiete mit "einfacheren" Aufgaben bildeten sich vor solchen mit "komplexeren" Funktionen heraus. Eine Forschergruppe um Pasko Rakic an der amerikanischen Yale-Universität berichtete kürzlich in der Fachzeitschrift Science von einer unerwarteten Beobachtung: Die Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen, die Synapsen, entstehen in anatomisch verschiedenen Hirnteilen mit unterschiedlichen Aufgaben gleichzeitig und in gleichem Umfang. Die alte Vorstellung, nach der sich die Hirnrinde hierarchisch entwickelt, muß also möglicherweise neu überdacht werden.

Die Schallgeschwindigkeit muß fast vier Jahrzehnte nach dem ersten Uberschallflug nach unten korrigiert werden – von 1193,22 auf 1192,64 Kilometer pro Stunde. Die alte Zahl geht auf einen Rechenfehler aus dem Jahr 1942 zurück, den der kanadische Forscher George Wong erst jetzt bemerkte und korrigierte.