DIE ZEIT

Genug ist genug

Kein Wunder, daß der gefürchtete 16. Juni in Südafrika einigermaßen glimpflich verlaufen ist. Schließlich hatte die Regierung ja auch ihr schwerstes Geschütz aufgefahren.

Offensiv

Was der sowjetische Parteichef Gorbatschow zur Zeit in der Ost-West-Politik aufführt, müßte selbst dem Superstrategen und Fußballfan Henry Kissinger Bewunderung entlocken.

Konsequenzen

Selbsterkenntnis verspricht nicht automatisch Besserung. Der Hamburger Senat beweist es. Er hält die fünfzehnstündige Einkesselung von über 600 Demonstranten durch die Polizei zwar inzwischen für "nicht vertretbar", aber von politischen Folgerungen aus der aberwitzigen Aktion der Ordnungskräfte am vorvergangenen Sonntag ist keine Rede.

Brückenschlag

Bis zum Buß- und Bettag ist für uns Bundesbürger die Woche wieder in Ordnung. Seit Palmarum diese Ungewißheit an fast jedem Sonntagabend: Sollen wir uns auf eine regelrechte Arbeitswoche oder auf einen dieser arhythmischen Feiertage einstellen: Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, Tag der deutschen Einheit? Die Bayern haben auch noch mit Maria Himmelfahrt zu schaffen.

Worte der Woche

"Die von Johannes Rau bei der Bundestagswahl angestrebte absolute Mehrheit ist eine Phantommehrheit, und die Wahlstrategie entpuppt sich als eine Fata Morgana.

Zeitspiegel

Die amerikanischen Luftangriffe auf sein Land haben Muammar al-Ghaddafi offensichtlich völlig aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht.

Eingeholt von der Normalität

Den ruhigen Tag des 17. Juni hat Ernst Albrecht auch in seinem Haus im Flecken Beinhorn vor Hannover in selbstverordneter Klausur verbracht, um sich darüber klarzuwerden, wie nach der Niedersachsenwahl die kommende Wegstrecke beschaffen sein wird.

Aufbauhelfer in Nicaragua: Faustpfand im Bürgerkrieg

Dreieinhalb Wochen dauerte die Gefangenschaft der acht deutschen Aufbauhelfer in Nicaragua, und erst nach massivem diplomatischen Druck ließ die Contra sie frei – gerade noch rechtzeitig, um Präsident Reagans erneuten Anlauf nicht zu stören, vom amerikanischen Kongreß 100 Millionen Mark Hilfe für die antisandinistischen Rebellen bewilligen zu lassen.

Moskau: Gorbatschow rechnet ab

Auf dem Plenum des Zentralkomitees der sowjetischen Kommunisten fand Gorbatschow zu einer verbalen Schärfe zurück, die seit dem Parteitag Anfang des Jahres verloren schien.

Scheel zum 17. Juni

Wo immer wir in der internationalen Gemeinschaft auftreten, zitieren wir den Brief zur deutschen Einheit: unser Ziel, auf einen Zustand des Friedens in Europa hinzuwirken, in dem das deutsche Volk in freier Selbstbestimmung seine Einheit wiedererlangt.

Spanien: González kämpft um die Mehrheit

Die am vergangenen Wochenende publizierten Umfragen zeigen an, daß die Partei des spanischen Ministerpräsidenten Felipe González ihren Sieg von 1982 (47,1 Prozent und 202 der 350 Sitze in dem Cortes) wohl nicht wiederholen wird – zur Erbitterung der Sozialisten (PSOE) des Ministerpräsidenten, denen zu Beginn der recht lahmen Kampagne eine absolute Mehrheit sicher schien; González hatte deshalb auch nie über mögliche Koalitionen spekulieren wollen.

BONNER BÜHNE: Die Kanzlerfreunde beobachten die Medien

Ein Vorschlag zur Güte: Wie wäre es denn, Bonn so zu nehmen, wie es geworden ist, ein bißchen hausbacken, ziemlich bieder, oft schlicht? Das Niveau also nicht zu hoch ansetzen, bitte, und auf zu große Worte verzichten.

DDR-Biographien (I): Der Fernsehdirektor

Vor zweiundzwanzig Jahren schrieb Marion Dönhoff: "An jener Schranke, die Berlin in zwei ungleiche Hälften teilt, erwarten uns ein Wagen des Forum und ein Mitarbeiter dieser Zeitschrift, die der ‚Freien Deutschen Jugend‘ gehört.

Das verflixte vierte Jahr

Wenn du Glück hast", so sinnierte der SPD-Abgeordnete Wolfgang Roth, "hast du vier oder viereinhalb Erholungsjahre, dann kommt die Rezession.

Ein tückisches Verlangen

Ronald Reagan steht vor einem schier unlösbaren Problem: Er soll das Haushaltsdefizit und das außenwirtschaftliche Ungleichgewicht beseitigen, ohne die Vereinigten Staaten in eine Rezession zu stürzen.

Peter Christ: Streit um einen Fetisch

Dem Sozialdemokraten Friedhelm Fahrtmann dient sie als Beweis unerläßlicher staatlicher Stärke, dem konservativen Christdemokraten Gerhard Stoltenberg als Beleg schädlicher obrigkeitlicher Einmischung.

Bonner Kulisse

Otto Schily, unlängst aus dem Bundestag herausrotierter Abgeordneter der Grünen, hat sich ein neues Tätigkeitsfeld gesucht: den Kampf gegen das Rauchen.

Dänemark: Kleeblatt ohne Glück

Undank ist der Welten Lohn. So muß Poul Schlüter, Dänemarks konservativer Premierminister, gegenwärtig denken: Einerseits kann seine Regierung eine ganze Serie wirtschaftspolitischer Erfolge vorweisen.

Furcht macht erfinderisch

Verbraucherinitiativen verschaffen sich Milchpulver gegen den Widerstand der Molkereien

Firmengründung: "Ich bin manchmal etwas ungeschickt"

In "Ruth’s Frisierkommödchen" in Solingen kostet eine Blondierung 20 Mark, das Gesichts-Make-up ist für zehn Mark zu haben, und für das Formen der Augenbrauen ist ein Betrag von 2,50 Mark zu entrichten.

Manager: Gerangel um den Erbhof

Heinz Heiderhoff, Vorstandsmitglied der Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG (RWE) in Essen und ehedem Oberstadtdirektor in Mülheim an der Ruhr, hat unfreiwillig für einen Streit um seine Nachfolge gesorgt.

MARKT-REPORT: Hoffnungswerte

Der schweizerische Aktienmarkt gilt wieder als Geheimtip Warum ist die Stimmung an der Züricher Börse nur so schlecht?" fragte vor kurzem das schweizerische Wirtschaftsblatt Finanz und Wirtschaft, "Warum nehmen die Anleger die guten Meldungen aus der Wirtschaft einfach nicht zur Kenntnis?" Solche Klagen hörte man in den vergangenen Wochen auch vom deutschen Aktienmarkt und tatsächlich weisen schweizerische und deutsche Wirtschaft sowie die Börsen beider Länder in diesem Jahr viele Gemeinsamkeiten auf.

Energie: Stille Reserve

Zunächst fand der bayerische Innenminister noch lobende Worte für den Beitrag, den die Atomenergie "zu einer schadstoffarmen Umwelt" leistet.

Noch Kraft zum Kampf?

Was man sich für sein Verhältnis zu seinem Stellvertreter, dem Sozialminister Alfred Dallinger, schwer vorstellen kann: für seine Beziehung zum Präsidenten der Arbeitgeber, Rudolf Sallinger, gilt es als ausgemacht, daß sie auf verständnisvoller Herzlichkeit beruht.

Kein Glaubenskrieg

ZEIT: Herr Hinrichs, das Institut für Mittelstandsforschung plädiert für eine Liberalisierung der Ladenschlußzeiten. Doch der mittelständische Einzelhandel und seine Interessenvertreter halten an der alten Regelung fest.

MANAGER UND MÄRKTE

Er legte seinen Verbandsposten nieder und mußte feierlich versprechen, künftig nicht mehr so viele Vorträge zu halten: Derart für seine neue Aufgabe gerüstet, wird Arend Oetker am 11.

ZEITRAFFER

Die öffentlichen Haushalte sollen bis 1990 in einer Größenordnung von durchschnittlich jährlich drei Prozent und damit deutlich unter dem Zuwachs des nominalen Bruttosozialprodukts ansteigen.

DEVISENSELLER

Als fast sensationell wird von Devisenhändlern die feste Verfassung des französischen Franc an den Märkten bezeichnet. Seit der Neuordnung der Wechselkurse im Europäischen Währungssystem (EWS) Anfang April hält sich die französische Währung am oberen Interventionspunkt im EWS.

Ein Land wird geplündert

Von den Milliardenkrediten hat nur die herrschende Schicht profitiert / Von Irene Mayer-List, Heinz Blüthmann und Horst Vetten

Schuldenkrise: Dollars auf der Flucht

In einem klimatisierten Büro in Buenos Aires geht Julio Alberto, der Inhaber einer großen Häute-Exportfirma, seiner Lieblingsbeschäftigung nach – er schreibt Rechnungen.

ABC-Züge: Mit Pflaster und Aktivkohle

Neunzehn Feuerwehrleute haben ihre Arbeits- und Ausbildungsstellen für eine Woche verlassen und sind ins abgelegene Schönböken aufs flache schleswig-holsteinische Land gezogen.

Ärzte und Atomkraft: Banale Sorge?

Am letzten Sonnabend im April – der Stunle Null in Tschernobyl – saß der Arzt Ulrich Harder, Atomkraftgegner aus der Wilster Marsch, bei einer Fortbildung im Kieler Sozialministerium.

Mehr Wissen, mehr Macht

Leuze: Die Herausforderung ist so groß, weil das Landessystemkonzept eine Fülle ungelöster technischer und rechtlicher Probleme aufwirft.

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