Er legte seinen Verbandsposten nieder und mußte feierlich versprechen, künftig nicht mehr so viele Vorträge zu halten: Derart für seine neue Aufgabe gerüstet, wird Arend Oetker am 11. Juli programmgemäß den Vorstandsvorsitz der Kölner Wolff-Gruppe übernehmen. Schwiegervater Otto Wolff von Amerongen, 67, mit dessen Tochter Oetker verheiratet ist, wird an diesem Tag den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen. Der bisherige Inhaber dieses Postens, Friedrich Wilhelm Christian, Sprecher der Deutschen Bank, wird ins zweite Glied zurücktreten. Den für das Stühlerücken benötigten Ratsposten wird der 75jährige Schweizer Industrielle Max Schmidheiny, ein enger Freund Wolffs, freimachen.

Arend Oetker, 47, hat sich für das Familienerbe durch die erfolgreiche Führung der Konfitürenfirma Schwartauer Werke für Höheres empfohlen. Die Firma war seiner Mutter Ursula, einer Schwester des Bielefelder Nahrungsmittelunternehmers Rudolf-August Oetker, nach dem Zweiten Weltkrieg zugefallen. In Bad Schwartau hinterläßt Oetker ein gutbestelltes Haus: Mit Lutz Peters (Finanzen, Einkauf) und Werner Holm (Vertrieb, Produktion) zog er zwei tüchtige Manager in die Geschäftsführung nach und beteiligte sie sogar am Kapital. Ein wachsames Auge will er aber auch weiterhin auf seiner alten Firma haben – als bislang einziges Mitgleid eines neu errichteten Beirats.

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Selbst Preissenkungen um zwanzig Prozent, wie sie von einigen Gasversorgern für den Herbst oder auch früher angekündigt worden sind, können den derzeitigen Preisvorteil des leichten Heizöls nicht ausgleichen. Ein Preisvergleich der Veba-Tochterfirma Raab Karcher per Ende Mai ergibt, daß das Handelsunternehmen in wichtigen deutschen Großstädten mit seinem Heizöl die Gaspreise um fast vierzig Prozent unterboten hat: Während ein Liter Heizöl im Durchschnitt von siebzehn Städten rund 41 Pfennig kostete, mußten die Verbraucher für die gleiche Wärmemenge beim Erdgas 68 Pfennig bezahlen.

Trotz dieses Preisvorsprungs gewinnt das Heizöl allerdings nicht an Boden. Natürlich gibt es – schon wegen der hohen Kosten und der Ungewißheit über die künftige Ölpreisentwicklung – keine Rückumstellung der Heizungen auf Öl, aber es ist wohl nicht einmal der Vormarsch des Gases gestoppt. Vielmehr hat die Ruhrgas als größtes deutsches Gasversorgungsunternehmen den Eindruck gewonnen, daß bei den von ihr belieferten Stadtwerken die Umstellung auf Erdgas weitergeht. Ob dieser Eindruck richtig ist, werden allerdings erst die nächsten Monate zeigen, denn Heizungen werden vor allesm dann erneuert, wenn sie wirklich nicht gebraucht werden.

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Der neue Chef der Philips Kommunikations AG (PKI) in Nürnberg, Markus Rauh, ist überzeugt, daß eine zweite Fabrik für Glasfasern in Deutschland "absolut nötig" ist. Bisher hat sich nur Siemens zusammen mit dem US-Partner Corning Glass zum Bau einer Lichtwellenleiterfabrik in der Bundesrepublik entschlossen.