Die öffentlichen Haushalte sollen bis 1990 in einer Größenordnung von durchschnittlich jährlich drei Prozent und damit deutlich unter dem Zuwachs des nominalen Bruttosozialprodukts ansteigen. So wollen Bund, Länder und Gemeinden auch künftig an der Politik der Gesundung der öffentlichen Haushalte festhalten. Die Gemeinden halten in einer abweichenden Meinung hingegen einen überdurchschnittlichen Ausgabenzuwachs für unvermeidlich – eine Ursache seien die unabweisbaren sozialen Leistungen wie die Sozialhilfe und Personalausgaben.

Rund 58 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen zwischen fünfzehn und zwanzig Jahren, das sind rund 100 000, erhalten weder Arbeitslosenunterstützung noch Arbeitslosenhilfe. Die Zahl der nicht bei den Arbeitsämtern gemeldeten arbeitslosen Jugendlichen ohne Unterstützung wird auf weitere 200 000 geschätzt, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergab. Die gewerkschaftsnahe Stiftung stützt sich auf eine Strukturanalyse der Bundesanstalt für Arbeit. Danach wuchs die Zahl der Jugendlichen, die sich ohne jede vorherige Berufstätigkeit arbeitslos gemeldet hatten, zwischen September 1975 und September 1985 von etwa 22 000 auf knapp 75 000.

Berlin wird im nächsten Jahr 11,95 Milliarden Mark zur Deckung der Ausgaben vom Landeshausnalt bekommen. Die Bundeshilfe steigt damit um 350 Millionen Mark im Vergleich zu 1986. Mehr als jede zweite Mark, die im nächsten Jahr aus der öffentlichen Kasse in Berlin ausgegeben wird, kommt aus Bonn. Der Anteil der Bundeshilfe am Landeshaushalt 1987 mit einem voraussichtlichen Volumen von etwa 23 Milliarden Mark, soll – wie in diesem Jahr – rund 52 Prozent betragen.

Lieblingskinder der staatlichen Förderung sind kleine und mittlere Unternehmen. Diese Unternehmen, die nach Angaben des Bundesforschungsministeriums rund dreizehn bis sechzehn Prozent der Forschungsausgaben der Wirtschaft tätigen, erhalten zwischen 25 und 29 Prozent der Ausgaben des Bundes für zivile Forschung und Entwicklung. 1985 lag die Forschungsförderung für diesen Bereich bei über einer Milliarde Mark. Kleine und mittlere Firmen werden als Unternehmen mit weniger als fünfhundert Beschäftigten definiert. Sie machen über 95 Prozent der 44 687 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes aus.