Fluggesellschaften müssen sich vermehrt mit Datenschutzproblemen befassen. Die zu diesem Zweck gegründete "Transborder Data Flow Strategy Group" soll für gemeinsames Handeln der Carrier sorgen.

Wer heutzutage während einer Flugreise in diversen Ländern Station machen will und dabei mit verschiedenen Gesellschaften fliegt, muß nur ein einzelnes Ticket erstehen und zahlt selbstverständlich nur in einer Währung. Selbst besondere Wünsche der Passagiere werden schon bei der Buchung berücksichtige sei es eine Diät oder medizinische Bedürfnisse. Das alles erfordert einen schnellstmöglichen internationalen Datenaustausch der Luftlinien untereinander. Mit den daraus resultierenden Problemen befaßte sich kürzlich das IATA-Mitteilungsblatt Review.

Mehr als 40 Milliarden Dollar haben die Airlines bereits in ihr Computersystem investiert, die Ausgaben hierfür steigen jährlich noch um rund 20 Prozent. Ohne das verschachtelte, von unbehindertem Datenfluß stark abhängige "Air Service Network" könnten die Carrier gar nicht mehr effektiv arbeiten.

In diesem System sind naturgemäß eine Reihe persönlicher Daten von Passagieren eingespeichert. Ein Alptraum wäre es für die Linien, müßten sie auf die unterschiedlichen Datenschutzbestimmungen der einzelnen Länder, mit denen sie arbeiten, eingehen. Um dieser unhaltbaren Situation abzuhelfen, wird die "Transborder Data Flow Strategy Group" die Repräsentanten der Fluggesellschaften zusammenbringen, alle IATA-Hauptabteilungen sind ebenfalls vertreten.

Diese Arbeitsgruppe hat die Aufgabe, den "grenzüberschreitenden Datenfluß" und damit zusammenhängende Probleme durch Workshops und Fragebogenaktionen klarzulegen. Sie wird des weiteren den Standpunkt der Luftfahrtindustrie hierzu in Form von Richtlinien festlegen. Mit einer Kampagne sollen die Fluglinien, Regierungsstellen und Gesetzgeber informiert werden. Außerdem ist es Aufgabe der Gruppe, den Dialog mit politischen und kommerziellen Organisationen aufrechtzuerhalten, um sie für die von der IATA zu erarbeitenden Richtlinien zu gewinnen.

Die IATA präsentierte dieses Problem schon vor einer Expertengruppe der OECD in Paris.

Hella Leißner