"Top Gun", ein Kampffliegerfilm begeistert das junge Publikum

Von Siegfried Schober

Jedes Jahr im Sommer läßt sich Amerikas junges Kinopublikum von Hollywood verhexen, in einen Zustand benommener Augen- und Ohren-Raserei versetzen, bei Ausschaltung sämtlicher anderer Gehirnfunktionen, außer solchen der ordinären sinnlichen Wahrnehmung. Dem Bad an den überfüllten Stränden mit ihrem Gebrodel aus halb enthemmter Physis und den Gischtfluten der geöffneten Großstadthydranten, die sich auf den sonnengebackenen Asphalt erbrechen, entsprechen die filmischen Reizbäder in den Tausenden von Kinos im ganzen Land.

Massenweise pumpt Hollywood zur Ferienzeit einen bestimmten Filmtyp in die Kinos, der etwas von der Geschmeidigkeit und dem insgeheimen Versprechen eines modischen Sonnenöls besitzt und am Zuschauer vorbeizieht wie ein Sommerhit aus dem Radio. Die Filme, Komödien, Abenteuerstreifen, in jedem Fall lärmende und knallbunte Spektakel, entziehen sich der feinsinnigen Kritik, nicht umsonst gibt man ihnen das Etikett "summer movies" – und mehr als einen Sommer lang sollen sie auch nicht halten.

Ein Film bricht Zuschauerrekorde oder geht unter, je nachdem ob die Modesignale auf eine Masse von Fans treffen, die genau in diesem Sommer das heiß oder cool findet, was ihr dieser oder jener Film anbietet. Für Hollywood haben die Starts der "summer movies" etwas von Wettkämpfen: Wer wird Sieger in diesem Jahr, "Top Gun"? Nach Ende des Sommers könnte das einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten sein.