Von Sigrid Löffler

Dialog in einer Fernsehsendung. Ein Ehepaar wird von einem Moderator gefragt: "Wie verabschieden Sie sich abends am Telephon?"

Drauf sie: "Das Kosewort, das sagen wir nicht." Und er: "Das dürf’ ma eigentlich nicht sagen."

Der Moderator macht einen halben Rückzieher: "Ach so, ein strenges Geheimnis?"

Drauf er: "Na ja. Ach Gott, was soll’s, ach Gott, was soll’s. Sie heißt Schnurrli bei mir." Und sie: "Und er heißt Mucki."

Mucki und Schnurrli sind besser bekannt unter dem Namen Helmut Zilk und Dagmar Koller. Die einen Österreicher kennen ihn als den Ehemann der Sängerin, die anderen kennen sie als die Ehefrau des Wiener Bürgermeisters. Aber egal: Gekannt werden die beiden auf jeden Fall. Es ist so gut wie unmöglich, die immerwährende Medienpräsenz dieses Paars zu ignorieren. Und die Distanzlosigkeit, mit der die beiden sich der Öffentlichkeit oktroyieren, wird in Österreich gerne mit Popularität verwechselt. So gesehen, sind die Dagi und der Helmuti – wie sich Schnurrli und Mucki von ihren Freunden, also praktisch von jedermann, gerne nennen lassen – ganz schrecklich populär.

Nehmen wir sie. Eine blonde Soubrette aus Kärnten, an der vor allem der unverdrossene Eifer einnahm, mit dem sie auf sich als Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin aufmerksam zu machen verstand. Jahrelang hat sie sich, wenn Presse-Photographen aufkreuzten, an die Seite von Prominenten gekuschelt – solange, bis die Zeitungen auch sie einen "Musical Star" nannten. Wie diese Publicity-Technik funktioniert, plaudert sie ganz arglos aus: "Mich haben’s damals in Amerika geschickt mit dem Richard Chamberlain in die Premiere von ‚Hair‘, und die Zeitungen haben alle geschrieben, er liebt ein junges Viennese girl. Am nächsten Tag mußte ich meinen schönen weißen Nerz wieder der Agentur zurückgeben. Aber – die Zeitungen waren voll mit unserer Love Story. Das hat auch dem Chamberlain gut getan. Sie wissen schon, er ist ja als Mann nicht ganz ... also, lassen wir das."