In Hannover kommt man ans dem Feiern nicht heraus; nach dem Geburtstag Georg Friedrich Händels im Vorjahr steht nun ein zwar profaneres, aber nicht weniger wichtiges Jubiläum auf dem Stadtkalender: Der Maschsee wird fünfzig Jahre alt.

Alljährlich überschwemmte das Hochwasser aus dem Harz die im Süden der Stadt gelegenen Maschwiesen – das bot einen künstlichen See geradezu an, nachdem man schon lange neidvolle Blicke auf Hamburgs Alster geworfen hatte.

Vom ersten Spatenstich am 21. März 1934 schaufelten viele nicht gerade üppig bezahlte Notstandsarbeiter zwei Jahre, bis der Maschsee am 21. Mai 1936 als Erholungs- und Sportstätte den Bürgern übergeben wurde. Beides ist er bis heute geblieben: ein Platz für Segler, Surfer, Ruderer und Paddler.

Einen Sommer lang feiern die Hannoveraner ihren Maschsee. Auftakt sind die Deutschen Meisterschaften im Langstreckenschwimmen (28./29. Juni) und ein skandinavisches Folklore-Festival (5./6. Juli), während knapp hundert Meter vom See entfernt das Schützenfest (4.-13. Juli) – in 450jähriger Tradition und mit dem längsten Festzug Europas (6. Juli) – läuft.

Sportlich geht es mit Motorbootrennen (12./13. Juli), Hannover-Triathlon (10.-12. August) und Kanu-Polo-Meisterschaft (16./17. August) dem Höhepunkt zu, dem Maschseefest am 23. August mit zahlreichen Aktivitäten in, auf, am und über dem See. Es folgt ein nahtloser Übergang zur "Britischen Woche".

Noch einmal brodelt die zu Unrecht als spröde bezeichnete hannoversche Volksseele, wenn in der maschseenahen Altstadt am 30. und 31. August das Altstadtfest als größtes Straßenfest Europas zum Treffpunkt einer halben Million Menschen wird.

Woher die vielen Leute kommen sollen? Stadt und Umland stellen die Besucher – auch die Bahn beteiligt sich mit Wochenend-Sonderrückfahrkarten und Pauschalen. Beispiele für zweimal Übernachtung mit Frühstück und Fahrt: Berlin von 186 Mark an, Frankfurt von 187 Mark an oder München von 237 Mark an. Veranstaltungsprogramme und Auskünfte: Amt für Verkehrsförderung, Friedrichswall 5, 3000 Hannover 1, Tel. (05 11) 1 68 27 20.

Hans-Georg Wodrig