Mancher Hanseat, der – die verkehrsreiche Europastraße 6 meidend – an Schwedens Westküste entlangbummelte, stutzte schon ob des unerwarteten Ortsschilds an der Landesstraße 163: "Hamburgsund". Eine Dependance der Millionenstadt an der Elbe? Ein Relikt aus glorreichen Hansetagen? Ein Abstecher in den kleinen Ort bei Tanum sollte das Rätsel lösen. Vergeblich: Jenseits des schmalen Sunds, der dem Städtchen seinen Namen gab, liegt zwar die Insel Hamburgö, aber kein neugierig befragter Schwede beiderseits des Meeresarms konnte den merkwürdigen Namen deuten. Doch dafür wurde das Übersetzen auf die Insel mit einem Farbenspiel belohnt. An der seezugewandten Seite des weidegrünen Eilands spiegelten sich bunte Fischerhütten vor den grauen und rosafarbenen Schären im glasklaren Wasser. Auch die Fischer, die in der Nachmittagssonne ihre Netze leerten, konnten nicht sagen, was die Hamburger mit ihrer kleinen Welt gemein haben könnten. Einer meinte, sein Vater habe einmal etwas von einem Felsen dieses Namens erzählt, aber Genaueres können auch die Archive kaum berichten: Eine Klippe namens "Homburgen" sei der Namensspender. Hamburgs schwedischer Vetter ist also ein Bankert. Aber ein sehenswerter.