ZEIT: Die sogenannte Viererlösung – also eine Fusion der Württembergischen und der Badischen Kommunalen Landesbanken sowie der Landeskreditbank und der Landesgirokasse – schien am Sonnabend, dem 14. Juni, nach langen Verhandlungen zwischen allen Beteiligten beschlossene Sache. Am Tag der deutschen Einheit, am 17. Juni, sagte der Verwaltungsrat der Landesgirokasse, dessen Vorsitzender Sie sind, nein zu dieser Lösung. Woher kam der plötzliche Sinneswandel?

Rommel: Wir haben an diesem Sonnabend über fünfzehn Stunden verhandelt, dabei aber nicht, wie es zum Teil in der Presse hieß, unser endgültiges Ja zu der Fusion gegeben, weil noch nicht das ganze Zahlenwerk auf dem Tisch lag. Allerdings glaubten wir, eine Basis gefunden zu haben, auf der man weitermachen könne. Erst nach dieser Sitzung konnten wir alle Vorschläge überprüfen und nach weiteren Erkundigungen kam ich zu dem Ergebnis, daß wir nein sagen mußten – schon um nicht bei der Badischen Kommunalen Landesbank (Bakola) falsche Erwartungen zu erwecken.

ZEIT: Also waren die wirtschaftlichen Probleme der Bakola der Grund für das Veto der Landesgirokasse?

Rommel: Ich möchte hier über die Bakola verständlicherweise nichts sagen. Vielleicht ist ihre Lage viel besser, als es bislang in den Zeitungen geschrieben wurde. Aber es war sicher einer der Gründe, im Moment zur Viererlösung nein zu sagen.

ZEIT: Sie sagten, eine Viererlösung sei im Moment unmöglich. Wollen Sie das für die Zukunft nicht ausschließen?

Rommel: Ich will nichts ausschließen. Ich glaube allerdings nicht, daß diese Lösung noch einmal aufgegriffen wird. Im übrigen möchte ich noch sagen, daß wir schon im April gesagt hatten, daß unsere endgültige Entscheidung erst am 17. Juni fallen wird.

ZEIT: Im April sagten Sie aber auch, daß diese Viererlösung ein entscheidender Schritt in die Zukunft sei.