Das unmittelbar nach der Landtagswahl in Niedersachsen auf dem deutschen Aktienmarkt von den Börsianern veranstaltete Kursfeuerwerk dauerte praktisch nur einen Tag. Danach kehrte wieder der graue Alltag ein. Es ging unter Schwankungen kräftig abwärts. Wie aus der Tabelle hervorgeht, reichen in einzelnen Standardaktien die Wochenverluste beinahe an zehn Prozent heran. Etliche Papiere fielen auf einen neuen Jahrestiefststand zurück.

Wer nach Gründen für die schwache Verfassung des Marktes fragt, bekommtgleich eine Reine davon aufgetischt. Mehrere Banken haben die Gewinnprognosen für 1986 für zahlreiche Unternehmen spürbar reduziert.

Noch mehr Sorgen bereitet den Börsianern die Zinsentwicklung. Die klare Aussage der Bundesbank, derzeit keine weitere Rücknahme des Zinsniveaus mehr zulassen zu wollen, entzieht dem Aktienmarkt eine der wenigen noch verbliebenen Stützen.

Tröstlich in der gegenwärtigen Situation ist, daß die ausländischen Großanleger offensichtlich an ihren in den vergangenen Jahren kräftig angereicherten Beständen an deutschen Aktien festhalten wollen. Und tatsächlich sind diese im internationalen Vergleich auch keineswegs überbewertet. Nur sollte man sich hüten, die Langmut der Ausländer zu überschätzen. Fehlen dauerhafte Perspektiven, sind sie rasch mit dem Verkaufen bei der Hand. K. W.