Land ohne Gegenwart

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Dr. Dr. Uwe Barschel kann man sich jetzt auch ins Regal stellen. Der Doktor, Doktor (von Freund und Feind "Uwe Uwe" gerufen) hat ein Buch geschrieben: "Schleswig-Holstein – Land mit Vergangenheit, Land mit Zukunft".

Werfen wir einen Blick hinein. "Politiker sollen durchaus pragmatisch handeln, aber sie müssen ein klares Wertsystem für ihre Überzeugung haben und der Öffentlichkeit auch geistige Führung anbieten. Dabei ist außenpolitische Kreativität ebenso einzubeziehen wie viele andere Bedingungen für die Politik, zum Beispiel überregionale wirtschaftliche Einflüsse, aber auch Naturereignisse."

Das steht auf Seite 163, im Kapitel "Erfülltes Leben".

Die Auswertung dieser zwei Sätze, hochgerechnet auf 164 Seiten, ergibt eigen ersten Trend: verschwurbelt.

Zweite Stichprobe auf Seite 121: "Eine weitere Entwicklung zeichnet sich ab, wenn die Post weitere terrestrische Frequenzen mit geringer Reichweite technisch freigibt. Dann können diese Frequenzen zusätzlich für – in Schleswig-Holstein – private Fernsehprogramme mit speziellem Landesbezug genutzt werden. Da zusätzliche Landesprogramme in der Herstellung teurer sind und mit Werbung finanziert werden, muß man sich darauf einstellen, daß dieses zusätzliche Landesfernsehprogramm, das von jedem in der Reichweite wohnenden Fernsehteilnehmer empfangen werden kann, nur ein Bruchteil der Sendezeit ..." und so weiter.

Seite 113: "Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt werden nachhaltiger durch Tarifparteien, weltwirtschaftliche Einflüsse, Bundesregierung und Bundesbank oder Bundesgesetzgeber beeinflußt, als eine Landesregierung sie bewirken könnte."