Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollen Mitarbeiter des Hahn-Meitner-Instituts in Berlin. Der Teufel steckt in einer Abfallhalde. Beelzebub ist ein Kraftwerk. Beide sind potentielle Umweltverschmutzer; gegeneinander ausgespielt aber helfen sie, Berlin ein wenig vom Zivilisationsdreck zu entlasten.

Zusammen mit der Berliner Elektrizitätsgesellschaft BEWAG plant das Hahn-Meitner-Institut, die größte Mülldeponie West-Berlins so zu entsorgen, daß sie die dafür notwendigen Investitionen in Form von Energie zurückbekommt.

Die 50 Hektar große Deponie liegt nur 400 Meter vom Hahn-Meitner-Institut entfernt im vornehmen Bezirk Wannsee. Elf Millionen Tonnen Müll, vorwiegend aus Haushalten, wurden hier in den Jahren 1954 bis 1979 gelagert. Aus einer Kiesgrube war ein 40 Meter hoher Hügel geworden, als der Senat 1980 die Halde schloß.

Schon Ende der sechziger Jahre sollte ein Teil der Deponie „rekultiviert“, das heißt mit Erde beschichtet und bepflanzt werden. Doch die Verwandlung eines stinkenden Abfallhaufens in ein blühendes Naherholungsgebiet ist kein einfaches Unterfangen.

Wenn sich organischer Müll unter Luftabschluß zersetzt, entstehen brennbare Gase. Sie sind das Produkt chemischer und bakteriologischer Abbauprozesse, die sich über Jahrzehnte erstrecken. Dabei kommt es hin und wieder zu Bränden, und die Anlieger haben unter dem Gestank zu leiden. Wo das Gas in die Erde eindringt, verdrängt es den Sauerstoff und schädigt die Vegetation – Bäume und Büsche sterben ab.

Angesichts des direkt vor der Haustür gelegenen Müllbergs kam der Physiker Joachim Schneider auf die Idee, die umweltbelastenden Gase unschädlich und zugleich nutzbar zu machen. Bis dahin hatte sich der Mitarbeiter des Hahn-Meitner-Instituts mit Fusionsreaktoren beschäftigt. Probleme der Energiegewinnung waren ihm also vertraut. Klar war ihm auch die Bilanz: Etwa die Hälfte des Gasgemisches ist Methan. Ein Kubikmeter davon hat den gleichen Heizwert wie ein Liter Heizöl (Erdgas enthält zu 99 Prozent Methan).

Messungen ergaben, daß die Gasausbeute zur Zeit ungefähr 4000 Kubikmeter betragen kann. Dazu müssen allerdings 150 Gasbrunnen gebaut werden, jeder zwölf Meter tief. Außerdem sind 12 000 Meter Rohrleitungen unterirdisch zu verlegen.