Flugzeugpiloten müssen sich regelmäßig einer strengen medizinischen Überprüfung unterziehen. Allein bei der Deutschen Lufthansa sind 14 Ärzte mit solchen Kontrollaufgaben befaßt.

Der seit 30 Jahren existierende „Ärztliche Dienst“ bietet auch einen Gesundheitsservice für Passagiere. Wer auf Auslandsreisen krank wird, hat neben entgangenen Urlaubsfreuden zuweilen weiteren Ärger zu verkraften: Es ist durchaus möglich, in die Hände eines auf Touristennepp spezialisierten Arztes zu geraten. Reisende, die mit der Lufthansa ins Ausland gejettet sind, haben solche Probleme nicht. Die Fluggesellschaft hat weltweit Verträge mit 143 Ärzten abgeschlossen; in der Regel handelt es sich dabei um deutsche oder deutschsprachige Ärzte, die vor Vertragsabschluß auf ihre Seriosität hin überprüft wurden.

Zwar muß der Arzt nach den ortsüblichen Tarifen bezahlt werden, „doch dafür hat man garantiert eine optimale medizinische Versorgung“, erklärt Lutz Bergau, Leiter des Ärztlichen Dienstes der Fluggesellschaft. Das Angebot hat lediglich einen kleinen Schönheitsfehler: Die Ärzte mit Qualitätssiegel haben sich zumeist in den Metropolen niedergelassen; wer in einem einsamen Fischerdorf von der Gelbsucht erwischt wird, hat das Nachsehen.

Die Vertragsärzte entscheiden im Zweifelsfall auch, ob für einen erkrankten Touristen eine Flugreise überhaupt zumutbar ist; absolutes Flugverbot gilt beispielsweise bei Nebenhöhlenvereiterungen und Herzleistungsstörungen.

Bei gesundheitlichen Problemen, die plötzlich während eines Fluges auftreten, kann meist die Stewardeß helfen, die Besatzungsmitglieder sind auf solche Fälle vorbereitet. Bei kleineren Unpäßlichkeiten wie Übelkeit oder Kopfschmerzen tut’s ein Griff in die Bordapotheke; zudem beherrscht das Personal Erste-Hilfe-Maßnahmen. Auch bei ernsthaften Zwischenfällen, etwa einem drohenden Herzinfarkt, ist Hilfe meist schnell zur Stelle: In über 60 Prozent aller Fälle, so ermittelten Statistiker, befindet sich unter den Passagieren ein Arzt.

Rund 900 „Zwischenfälle“ ereignen sich jedes Jahr in der Luft; etwa achtmal jährlich kommt es vor, daß ein Passagier lebensgefährlich erkrankt ist und der Pilot deshalb eine außerplanmäßige „Sicherheitslandung“ durchführen muß.

Manchmal ist es allerdings schon zu spät: Immerhin vier bis sechs Todesfälle weist die Jahresstatistik aus.