Mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen will der neue Tourismusminister der Philippinen das ramponierte Image des Fremdenverkehrs wieder aufpolieren.

Hoffnungen, Wünsche und viele neue Pläne hegt auch die Tourismusindustrie auf der Inselwelt der Philippinen, seit Diktator Marcos das Land verlassen hat. „Eine während der letzten vier Jahre totgeweihte Industrie“, verkündete jüngst der neue Tourismusminister Antonio Gonzales in einer Pressemitteilung des philippinischen Fremdenverkehrsamtes, „beginnt mit der Einführung einer neuen demokratischen Ordnung wieder zu blühen, dank der gewaltlosen ‚Kraft des Volkes‘.“

Um die Fehler und Versäumnisse der alten Administration zu korrigieren, hat Gonzales für den philippinischen Tourismus ein Sofortprogramm verkündet, das er zusammen mit der privaten Reiseindustrie des Landes verwirklichen will. So sollen die Gonzales-Beamten zunächst eine „ernsthafte Prüfung“ aller Fremdenverkehrssteuern vornehmen, um Ungerechtigkeiten im Besteuerungssystem aufzuspüren; gleichzeitig werden als weitere Maßnahmen die Importsteuern für alle Güter ermäßigt, die Hotels und Restaurants für ihren Betrieb benötigen.

Die Wiederherstellung der Ordnung und Effektivität auf dem Internationalen Airport von Manila ist ein zusätzlicher Programmpunkt der Erste-Hilfe-Maßnahmen für den philippinischen Tourismus, ebenso strenge Richtlinien bei der Lizenzvergabe an einheimische Reisebüros und Veranstalter. Weitere Bestandteile der Sanierungsliste heißen: Bereitstellung von Promotionsmaterial für überseeische Niederlassungen des philippinischen Fremdenverkehrsamtes; Ausbau der Inlandsflughäfen; neue Hygienevorschriften für Manilas Metro und für Inlandsdestinationen, die von ausländischen Touristen besucht werden (hier wird vor allem die Verbesserung der sanitären Einrichtungen angestrebt). Eines der wichtigsten Vorhaben des neuen philippinischen Tourismusministers Antonio Gonzales schließlich geht dahin, „negative soziale Aspekte wie die Kinderprostitution auszurotten“.

Dieses kurzfristige Programm – von der Finanzierung spricht der Minister freilich nicht – wurde vor dem Hintergrund einer neuen Langzeitpolitik entwickelt, die den Tourismus auf einen Spitzenplatz der philippinischen Industrie katapultieren soll. Minister Gonzales: „Der Tourismus hat sich nicht nur als eine zuverlässige Einnahmequelle für ausländische Währungen erwiesen, sondern auch als ein wichtiger Katalysator für die Entwicklung der nationalen Wirtschaft.“ Jetzt, da sich die Philippinen wieder als ein „Bollwerk der Demokratie“ und als eine „sichere Destination in Asien“ darstellten, müsse die Gunst der Stunde zum Neuanfang des Tourismus genutzt werden.

Dabei setzt der 48jährige Minister auf Marketing, Marktforschung und auf die Unterstützung der privaten Reiseindustrie. Deren Kreise will Gonzales nicht stören, sondern nur mit flankierenden Maßnahmen wie beispielsweise einer Entwicklung der touristischen Infrastruktur oder mit Promotionhilfe unterstützen. Gleichzeitig, so wünscht es sich der Politiker, soll aber das neue Tourismusprogramm die Lebensqualität des Volkes nicht schmälern, die sozialen und kulturellen Werte der Gesellschaft nicht zerstören – ein schwieriges Vorhaben.

Zumal Gonzales zugleich betont, daß der Tourismus auch weiterhin als überragender Devisenbringer eine „signifikante Rolle bei der Verbesserung und Wiederherstellung der philippinischen Wirtschaft“ spielen muß. Dieter Rabe