Konrad Bund: "Die Stimme unserer Stadt", Kurt Kramer: "Die Glocke und ihr Geläute"

Ein wahrhaft origineller Einfall: die "Stimme einer Stadt" in ihren Glocken singen zu lassen und sie auf zwei Schallplatten zu verbreiten. Hier ist es die Stimme Frankfurts am Main, und das sind vor allem das Frankfurter Domgeläute (mit Glockenspiel und Orgel), aber auch die Glocken der anderen acht, neun Kirchen in der Stadt. Man hört sie ausgiebig; doch ganz anders als unterwegs in der Stadt, kommt man an den Lautsprechern nicht drum herum, hinzuhören. Es wird einem ja auch ausdrücklich nahegelegt, vor allem durch ein 62seitiges illustriertes Heft, in dem das Thema historisch und musikalisch erörtert und präzise dokumentiert wird.

Diese Vorführung ist von seltsamem Reiz: so intensiv hört man den Glocken in der Stadt gewöhnlich niemals zu, diesen Klangfarben, dieser gewissen bronzenen Akkordik, diesem regelmäßig-unregelmäßigen Arpeggio, das dann und wann mit Straßenlärm unterlegt ist, der wie Straßenstaub heraufwirbelt (BE 33; Verlag Dr. Waldemar Kramer, Bornheimer Landstr. 57 a, Frankfurt am Main 60).

Die andere Schallplatte über "Die Glocke und ihr Geläute" gibt einen Querschnitt durch "Geschichte, Technologie und Klangbild vom Mittelalter bis zur Gegenwart". Die Beispiele, die von über fünfzig deutschen Glocken aufgenommen worden sind, werden vom erzbischöflichen Glockeninspektor Kramer jeweils kurz kommentiert; er hat auch die der Platte beigefügte 42seitige Broschüre verfaßt. (F 669 369; Deutscher Kunstverlag, Vohburger Str. 1, 8000 München 21) Manfred Sack