Wir kamen dann wieder auf das Kriegsthema, und ich sagte, daß ich glaubte, im Gegensatz zu seiner Einstellung sei das einfache Volk nicht sehr dankbar für Führer, die ihm Krieg und Zerstörungen bescheren.

„Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg“, sagte Göring achselzuckend. „Warum sollte irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, daß er mit heilen Knochen zurückkommt. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt.“

„Nur mit einem Unterschied“, entgegnete ich. „In einer Demokratie hat das Volk durch seine gewählten Volksvertreter ein Wort mitzureden, und in den Vereinigten Staaten kann nur der Kongreß einen Krieg erklären.“

„Oh, das ist alles gut und schön, aber das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

Gustave M. Gilbert im Gespräch mit Hermann Göring. Aus: G. M. Gilbert, „Nürnberger Tagebuch – Gespräche der Angeklagten mit dem Gerichtspsychologen“, Fischer Taschenbuch 1885, 453 S., 10,80 DM.

Ein BigMäc für Goethe

Die Wiener essen Frankfurter Würstchen, die Frankfurter essen Wiener, Zaziki ist eine Gelsenkirchener Spezialität, der Berliner liebt bekanntlich Kebab, wer nach Itzehoe reist, sollte nicht versäumen, das holsteinische Nationalgericht „Pizza“ zu sich zu nehmen, und insofern, in dieser allgemeinen kulinarischen Promiskuität, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Italiener den Hamburger und den BigMäc von McDonald’s entdecken würden. Täglich zehntausend Römer strömen zur Piazza di Spagna, wo seit einem halben Jahr McDonald’s die zweite italienische Filiale (nach Bozen) eröffnet hat, gegen den Protest patriotisch gesonnener Römer und romantisch fühlender Nicht-Römer. Jetzt hat der Stadtrat von Rom das heftige Für und Wider salomonisch entschieden: Nicht 450, sondern nur 200 Stühle dürfen bei McDonald’s, Rom, stehen. Goethe, äß er in Rom den BigMäc, tränke die Cola / Müßt er nicht neu dichten die Röm’sche Elegie?