Im Chip-Krieg zwischen den USA und Japan herrscht nun Waffenstillstand. Die beiden Supermächte der Mikroelektronik haben sich nach langem Gerangel geeinigt: Das japanische Handelsministerium wird – wunschgemäß – die Preisgestaltung der heimischen Produzenten überwachen und den Kollegen in der US-Handelsbehörde über Kalkulationen Bericht erstatten. Japan entgeht mit diesen Zugeständnissen peinlichen Anti-Dumping-Verfahren.

Doch wenn zwei sich einigen, ärgert sich der Dritte. Mit Schrecken reagierte die Europäische Gemeinschaft auf das Preis- und Kalkulationskartell der Riesen. Denn die bezogen Japans Exporte nach Europa gleich mit ein. Billige Chips könnten sonst auf Umwegen amerikanische Kunden erreichen. Die Angst vor der Abhängigkeit geht um. Zwar scheint es in der Tat bedrohlich, wenn die Mächtigen den Markt lenken wollen, aber in diesem Fall wird es wohl bei dem Versuch bleiben. Es dürfte nämlich einfacher sein, einen Sack Flöhe zu hüten, als den nervösen Markt der elektronischen Winzlinge zu kontrollieren. lüt