Der israelische Ministerpräsident Schimon Peres war beim marokkanischen Monarchen Hassan II. – nach dem Jerusalem-Besuch des Ägypters Sadat vor bald zehn Jahren der erste offizielle israelisch-arabische Kontakt: ein kleiner Schritt.

Der jordanische König Hussein, der letzten Februar mit dem PLO-Chef Arafat brach, strengt sich an, mit höheren Geldzuwendungen gemäßigte Palästinenser für seinen Friedenskurs zu gewinnen – ganz im Sinn der Jerusalemer Regierung: ein zweiter kleiner Schritt.

Nun tritt die Sowjetunion auf den Nahost-Plan und bietet Israel, bald zwanzig Jahre nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen, Gespräche über die Wiedereröffnung von Konsulaten in Moskau und Tel Aviv an: der dritte kleine Schritt – doch wohin?

Gorbatschow, soviel ist sicher, will auch in der politischen Kampfzone des Nahen Ostens eine neue, andere Politik betreiben. Der Kremlchef denkt praktisch und weiter als seine Vorgänger. Er will bei der angestrebten Friedenskonferenz zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn ein energisches Wort mitreden.

Das ist nur recht und billig. Da ist es aber auch nur recht und billig, wenn er vorher den Israelis anbietet, was selbstverständlich ist: ihre diplomatische Anerkennung. Käme sie, wäre das dann ein großer Schritt. D. St.