Bei schwachgefüllten Verbraucherportemonnaies ist mit Schnickschnack kein Geld zu verdienen. Dies hat die Horten AG schmerzlich erfahren müssen. Der viertgrößte deutsche Warenhauskonzern war in den Jahren 1980 und 1981 in die Ludwigshafener Dogmoch-Gruppe eingestiegen, die sich sowohl im Versandhandel als auch im Ladengeschäft mit dem Geschenkevertrieb befaßt. Das Engagement sollte einer Risikostreuung dienen und ließ sich zunächst auch recht gut an.

Für 1983/84 wurde dann aber schon über „Ergebniseinbußen“ berichtet, und bei der Bilanz-Pressekonferenz für das Jahr 1985/86 enthüllte Vorstandssprecher Heinz Garsoffky jetzt die ganze Misere: Horten hat sich von der Dogmoch-Gruppe getrennt und dabei alles in allem 86,4 Millionen Mark draufgezahlt.

Ähnlich unerfreulich hat sich eine weitere Akquisition aus dem Jahre 1980 entwickelt. Die Peter Hahn-Gruppe, von Horten damals als „Spezialversender für hochwertige Mode aus reinen Naturfasern“ und „Spezialist für Spitzenqualität in Lamahaar-Produkten“ gepriesen, steht zum Verkauf. Jetzt gestand Garsoffky: „Fünf Jahre hat die Peter Hahn-Gruppe das Ergebnis der Horten AG belastet.“ Nun wurde mit Sonderaufwendungen von 24,2 Millionen Mark ein Schlußstrich gezogen.

Die mißlungenen Versuche, mit warenhausfremden Bereichen Geld zu verdienen, kostet die Aktionäre die Dividende. Als Trost bleibt ihnen freilich, daß der Warenhauskonzern von Horten gesund ist und Geld verdient hat. Auf eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlung für das laufende Geschäftsjahr mochte sich Garsoffky jedoch trotz guter Geschäfte noch nicht festlegen lassen.

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Detlev Karsten Rohwedder will nicht mehr. Ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit quittiert der Aufsichtsratsvorsitzende des Werftenverbunds Bremer Vulkan den Dienst. „Ich habe geschafft, was ich mir vorgenommen hatte“, erklärt der 53jährige sein von vielen Spekulationen begleitetes Ausscheiden.

Tatsächlich sind in Rohwedders Zeit dem Vulkan zwei Bremerhavener Werften (Hapag-Lloyds Reparaturwerft und Schichau Unterweser) erfolgreich angehängt worden. Der Bremer Schiffbauverbund steht dank relativ guter Auftragslage und nach der in diesem Frühjahr beschlossenen Kapitalerhöhung heute besser da als die meisten anderen deutschen Werften.