Der deutsche Aktienmarkt hat noch nicht wieder zu einer einheitlichen Linie zurückgefunden. Aber die Kursschwankungen dieser Woche lassen erkennen, daß auf der jetzt erreichten Basis eine Widerstandslinie gefunden scheint. Das Interesse der Ausländer an deutschen Aktien und Renten hat wieder zugenommen. Dahinter steckt im wesentlichen die Spekulation auf eine weitere Aufwertung der Mark, aber auch die Erwartung neuer Zinssenkungen. Im Ausland hält man es für ausgeschlossen, daß sich die Bundesbank auf die Dauer der Forderung aus Washington auf eine Senkung der Leitzinsen verschließen wird, auch wenn ein solcher Schritt kaum praktische Auswirkungen haben dürfte. Sinkende Zinsen, das heißt steigende Kurse festverzinslicher Papiere, und die Stabilisierung des Ölpreises und damit auch der OPEC-Schuldner lenken die Aufmerksamkeit vor allem auf die Bank-Aktien, bei denen die guten Halbjahresberichte in den gegenwärtigen Kursen nach Ansicht der Börsianer nicht ausreichend zum Ausdruck kommen.

Die Ausländer haben aber auch bei den „Altfavoriten“ Siemens und Daimler ihre Käufe wieder aufgenommen. Viele inländische Kunden halten sich an die Ratschläge ihrer Banken, nach oben ausbrechende Kurse zu Gewinnmitnahmen zu benutzen. Das ermöglicht ein lebhaftes Geschäft, bei dem wiederum die Kreditinstitute auf ihre Kosten kommen. Vieles spricht dafür, daß das Ende der Sommerpause nunmehr in Sicht ist. K. W.