Von Dorothea Hilgenberg

An Warnungen hat es nicht gefehlt: Lehrer seien links, lethargisch und für das Geschäftsleben völlig ungeeignet. Solche Vorurteile kann Karl Lotter, Vorstandsmitglied der Berliner Bank, nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Die Truppe arbeitet wie der Teufel und macht auch sonst einen guten Eindruck.“

Die Truppe – das sind zwanzig arbeitslose Mathematik-, Physik- und Chemielehrer zwischen Anfang und Mitte dreißig, die ihren pädagogischen Traum aufgegeben haben und in das Bankfach eingestiegen sind. Gut bezahlt und von einem kleinen Team angeleitet, büffeln sie in einem zweijährigen Kurs Computersprache und -bedienung. Ihr Gegenüber ist der Terminal, ihr Thema: Organisation und .Verwaltung, ihr neuer Beruf: Bankinformatiker, ihre Aussichten: glänzend.

Die tüchtigen Banklehrlinge kommen Berlins Wirtschaftssenator Elmar Pieroth gerade recht. Der Senator, der in den vergangenen Jahren bereits den Gründer- und Innovationsgeist antriebsarmer Unternehmer in Schwung brachte, hat das Thema Bildung entdeckt und fängt gerade damit an, sie der Berliner Wirtschaft schmackhaft zu machen. Pieroths Credo: Wer nicht Anschluß an neue Verfahren und Techniken findet, erreicht nicht die Jahrtausendwende.