Tierische Promotion

Seit Klitzing weiß die Welt, daß die deutschen Forscher auf dem Vormarsch sind. Jetzt hat ein Wissenschaftler aus Braunschweig erneut Erstaunliches zutage gefördert. An der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde seine Doktorarbeit angenommen. Thema: „Zur Berichterstattung über Säugetiere in der deutschen Tages- und Wochenpresse“. Untertitel: „Analytische Untersuchungen unter besonderer Berücksichtigung des Hundes“. Sechs Tageszeitungen und zwei Wochenzeitungen hat der Doctor Medicinae Veterinariae ausgewertet und mit äußerster Akribie registriert, wie oft Ameisenbär, Gelbhalsmaus und Ziege im Untersuchungszeitraum (Juli 1981 bis Juni 1982) das Interesse der Journalisten auf sich zogen. Ein Ergebnis der Arbeit: Unter den Hunden hat der Deutsche Schäferhund die meiste Publicity, er wurde 94mal erwähnt. Abgeschlagen folgen auf den Plätzen zwei und drei der Deutsche Teckel (64mal) und der Terrier (40mal). Nur je einmal placieren konnten sich der Nackthund (in der Braunschweiger Zeitung) und der Podenco Ibicenco (im Isenhagener Kreisblatt). Häufig, so mußte der Forscher feststellen, ging es in den Schlagzeilen über Hunde recht blutig zu: „Transvestit biß Hund“, „Ein Mann biß Frau und Hund“ oder „46 Hunde bissen sich durch Bremen“. Doch las er auch Positives über Hunde: „Hund rettete Leben eines jungen Mädchens“ sowie Rührendes „Niedlicher Hund sucht liebevolles Herrchen“. Dies freilich vermochte den Forscher nicht gnädig zu stimmen, und so resümiert er: „Wenn auch keineswegs verkannt wird, daß Zeitungen ihrer Natur gemäß nur in begrenztem Umfang belehren können und wollen, so muß doch mit einigem Bedauern registriert werden, daß bei der publizistischen Behandlung auch der Säugetiere die Unterhaltung gegenüber der nutzbringenden Information überwog.“ Den Journalisten gab der Tiermediziner deshalb folgenden Rat: „Es sollte nicht nur aus aktuellem Anlaß, sondern in regelmäßigen Abständen möglichst sachgerecht informiert werden. Redakteure sollten es als eine ihrer Aufgaben sehen, aufklärende Information zum Thema Säugetier, insbesondere zur Haus- und Heimtierhaltung zu geben. Ein weites, in unserer Zeit recht wichtiges Feld.“

Mauerkinder

Einige Sätze aus dem neuen Wiener, „Zeitschrift für Zeitgeist“:

„Stolz zeigen die Berliner im Wiener ihre Kinder, die Kinder der 2. Generation nach dem Mauerbau. Es zeugt von Optimismus, Kinder in die Welt zu setzen. Und die jungen Berliner sind voll des Optimismus. Wenn sie auch manchmal verzweifelt sind, dann nicht verzweifelter als andere Menschen anderswo in der Bundesrepublik.“ Wie wahr!