Trotz eines enttäuschenden Wachstums zu Beginn dieses Jahres kommt es nicht zum Konjunktureinbruch. Diese frohe Botschaft untermauert das Ifo-Institut mit Zahlen: So war das reale Sozialprodukt im ersten Vierteljahr zwar nur um 1,6 Prozent gestiegen, aber schon im zweiten Quartal konnte ein Wachstum von 3,5 Prozent registriert werden. Für dieses wie auch das kommende Jahr sind die Münchner Wirtschaftsforscher „verhalten optimistisch“. Sie sprechen von günstigen Voraussetzungen für einen weiteren, „freilich mäßigen“ Aufschwung – allerdings ohne wesentliche Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt.

Die Verbraucherpreise werden bald wieder deutlich steigen: Im Jahresdurchschnitt dürften sie 1987 um etwa zwei Prozent höher liegen als dieses Jahr. Das HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung rechnet mit diesem ungünstigen Trend, weil die Einfuhrpreise aller Voraussicht nach wieder anziehen werden. Zudem wird es den Unternehmen nach Ansicht der Hamburger Wirtschaftsforscher bald leichter möglich sein, die Preise anzuheben, weil die Kapazitäten bei weiter steigender Nachfrage stärker ausgelastet sein werden.

Gläubiger haben gemeinhin das Nachsehen. So führten die Pleiten im vergangenen Jahr zu einem Forderungsverlust von 14 Milliarden Mark. Diese Zahl rechnete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hoch. Als Vergleich: 1984 betrugen die Verluste durch Konkurse und Vergleiche 13 Milliarden Mark. Diese Beträge erfassen nur einen Teil des volkswirtschaftlichen Schadens. Der Verlust von Arbeitsplätzen beispielsweise steht auf einem anderen Blatt.

Insgesamt 2 131 828 Frauen und Männer waren Ende Juli arbeitslos – 53 643 mehr als im Monat zuvor. Trotzdem sieht Heinrich Franke den Arbeitsmarkt auf „konjunkturellem Besserungskurs“. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit führt die leichte Erhöhung auf saisonale Einflüsse zurück.