Von Heinz Josef Herbort

In Brüssel sind die Zweifel am wenigsten ausgeschlossen: Wird im dortigen „Théâtre de la Monnaie“ mit Kunst gehandelt oder mit Geld gespielt? Wie griechische Tempel sehen sie alle aus: das Münchner Nationaltheater wie die New Yorker Stock Exchange wie die Walhalla, die Madeleine wie die Londoner Royal Exchange wie die Mailänder Scala. Die einen waren dem Zeus oder der Nike, die anderen sind den Musen geweiht, heißen Kathedralen der Kunst oder des Kapitalismus, dienen dem Wahren, Schönen und dem Guten, dem Guten und Teuren oder auch nur dem Ruhm großer Deutscher. „Ist dies der Sitz der Götter hier?“ fragt Tamino in der Oper. Und wo sitzen die Götzen?

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Lulu: Könntest du dich für heute Nachmittag nicht frei machen?

Dr. Schön: Was wollte diese Gräfin eigentlich?

Lulu: Ich weiß nicht. Sie will mich malen. – Ich würde so gerne mit dir ausfahren.

Dr. Schön: Du weißt, daß ich heute auf die Börse muß.