Kaufaufträge aus dem Ausland sorgen wieder einmal dafür, daß es mit den deutschen Aktien aufwärtsgeht. In den ersten beiden Börsentagen dieser Woche stiegen die Kurse im Schnitt um vier Prozent.

Die derzeit auf dem Rentenmarkt herrschende Lethargie wird noch nicht als störend empfunden. Aber es scheint sich weltweit die Meinung durchzusetzen, daß die Zinsen nach unten nicht mehr viel Luft haben und daß die im kommenden Jahr wahrscheinlich wieder wachsenden Inflationsraten die Notenbanken zum Gegensteuern zwingen werden. Die Blütezeit der festverzinslichen Papiere nähere sich ihrem Ende, heißt es an der Börse, das Anlagemedium Aktie rücke weltweit in den Vordergrund. Wenn sich jetzt an den deutschen Börsen der Anstieg trotz großer Umsätze in sehr viel geordneteren Bahnen vollzieht als zu Beginn dieses Jahres, liegt dies an dem Bestreben vieler Inländer, den Wiederanstieg der Kurse zu Gewinnrealisationen zu benutzen. Manche „Schieflage“, die sich durch Aktienkäufe in den stürmischen Hausse-Tagen im April dieses Jahres und dem nachfolgenden Kursrutsch ergeben hatte, konnte in den vergangenen Tagen bereinigt werden.

Die Ausländer haben gelernt, sich auf dem deutschen Markt zu bewegen. Sie laufen nicht mehr unbedingt steigenden Kursen hinterher, sonden setzten mit Käufen auch einmal aus, um danach preiswerter „einsteigen“ zu können.

K. W.