Hamburger haben ein neues Gesellschaftsspiel. Seit Wochen dichten sie: in Familien, am Strand oder Küchentisch; für ein eher bescheidenes Honorar von hundert Mark.

Mit den Sprüchen versucht ein Küchenausstatter der Hansestadt seine Möbel an den Mann und die Frau zu bringen.

„Die gute Küche, die Helmut Schön findet“ wird auf großen Plakatwänden in U-Bahnhöfen genauso angepriesen wie diejenige, „in der sich Ernst Breit macht“. Ob Ex-Bundestrainer oder Gewerkschafter, Politiker, Schauspieler oder Sänger: Wer hinreichend bekannt ist, muß für das neckische Spielchen der Sprücheklopfer herhalten. Selbst die ehemalige Bürgerschaftsabgeordnete der Grün-Alternativen-Liste preist so die gute Küche an, „auf die Thea Bock hat“.

Klaus Soppa, einer der vier Gesellschafter der Firma Rosebrock, die in drei Geschäften in Hamburg und Umgebung ihre Küchenmöbel verkauft, ist selbst überrascht von dem Echo, das die von der kleinen Werbeagentur Markt und Slogan erfundene Kampagne ausgelöst hat. Nach den ersten Anzeigen in der Regionalpresse und einer Plakataktion im Mai kamen selbst aus Österreich und Italien Zuschriften. Von den rund tausend Vorschlägen, die bisher eingingen, sind sechshundert zu verwerten – Stoff für mindestens fünfzehn Jahre.

Doch eines dürften die Hamburger Kreativen und ihre Helfer an der Basis trotzdem nicht schaffen: Eine Küche anzubieten, auf die Thea Bock hat, obwohl dort Helmut Kohl kocht.

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Ob, wo und wie der im Juli niedergebrannte Festsaal des Münchner Löwenbräu-Kellers wieder aufgebaut werden soll, darüber denkt der Vorstandsvorsitzende der Löwenbräu AG, Anton Schwarz, derzeit noch angestrengt nach. Der Biertempel war die denkmalgeschützte Bastion der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Brauerei. Die soll schon seit langem an die Stadtgrenze verlagert werden.